Es ist ein kühler Trainingsmorgen in Magdeburg. Der Ball prallt mit dumpfem Klang vom Schuh eines jungen Mittelfeldspielers ab. Laurin Ulrich hebt kurz den Kopf, spielt einen flachen Pass in die Tiefe und ruft eine kurze Anweisung an seinen Mitspieler. Routine – und doch steckt in jeder seiner Bewegungen etwas Neues. Der 20-Jährige gilt als spielstarker, technisch sauberer Mittelfeldmann, der das Tempo bestimmen und Räume öffnen kann – Qualitäten, die Magdeburg in dieser Saison gut gebrauchen kann.
Geboren und aufgewachsen in Ostwürttemberg, begann Ulrichs Fußballweg bei der TSG Nattheim. 2016 wechselte er in die Jugend des VfB Stuttgart – ein Schritt, der für viele junge Talente aus der Region zum Prüfstein wird. Beim VfB machte Ulrich schnell auf sich aufmerksam: In der B-Junioren-Bundesliga führte er sein Team 2021/22 als Spielmacher zur Staffelmeisterschaft und traf im Halbfinalrückspiel gleich doppelt. Damit ebnete er den Weg ins Endspiel um die Deutsche U17-Meisterschaft – ein frühes Ausrufezeichen.
Seine Entwicklung blieb nicht unbemerkt. Im Sommer 2022 unterschrieb Ulrich beim VfB einen langfristigen Vertrag, kurz darauf erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Silber – eine der höchsten Auszeichnungen für Nachwuchsspieler in Deutschland. Nur wenige Monate später, am 12. November 2022, folgte sein Bundesliga-Debüt gegen Bayer Leverkusen. Doch überwiegend kam Ulrich für die zweite Mannschaft der Stuttgarter in der Regionalliga Südwest zum Einsatz. Und überzeugte dort mit Konstanz und Spielintelligenz: drei Tore, zehn Vorlagen und ein entscheidender Beitrag zum Aufstieg in die 3. Liga. Auch der DFB kennt seinen Namen: Schon 2020 debütierte Ulrich für die deutsche U16-Nationalmannschaft, später führte er die U17 als Kapitän bei der Europameisterschaft 2022 aufs Feld.
Neue Kapitel. Für die Saison 2024/25 wurde er an den SSV Ulm ausgeliehen, um Zweitliga-Erfahrung zu sammeln. Doch kam Ulrich dort nur selten zum Zug. Schon nach der Winterpause kehrte er zum VfB zurück – in die zweite Mannschaft mit dem Ziel, wieder anzuknüpfen an vorherige Leistungen. Seit diesem Sommer trägt er nun auf Leihbasis das Trikot des 1. FC Magdeburg. Ein neuer Verein, eine neue Chance in der 2. Bundesliga. Im Mittelfeld des FCM soll er jene Qualitäten einbringen, die ihn schon in Stuttgart auszeichneten: Übersicht, Präzision und die Ruhe, das Spiel zu lenken, statt sich von ihm treiben zu lassen.