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15.10.2025 / Profis

Der 1. FC Magdeburg im Gegnercheck

Viele Jahre lang träumten die Fans des 1. FC Magdeburg von der Rückkehr in den Profifußball. Als „ein schlafender Riese“ wurde der Klub aus dem Osten der Bundesrepublik, der 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewann, gern in Magdeburg bezeichnet. Lange Zeit in den unteren Ligen des Landes gefangen, stand der FCM auch mal finanziell am Abgrund. Der „schlafende Riese“ aber, er wurde wieder zum Leben erweckt.

Trotz Niederlage in Karlsruhe der Anhang von Magdeburg steht hinter der Mannschaft,
Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Schritt für Schritt kämpfte sich der 1. FC Magdeburg wieder nach oben. Unter Chefcoach Jens Härtel, der 2014 das Traineramt übernahm, gelang der große Durchbruch: In der Saison 2014/15 krönte sich der FCM zum Meister der Regionalliga Nordost und setzte sich in zwei Relegationsspielen gegen Kickers Offenbach durch – der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga war perfekt. Es folgten erfolgreiche Jahre im Profifußball: Zwei vierte Plätze in Serie und schließlich der historische Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2018. Nach einem kurzen Intermezzo in Liga zwei folgte zwar der Abstieg, doch die Leidenschaft und der Wille, schnell wieder zurückzukehren, blieben.

Unter Trainer Christian Titz gelang den Blau-Weißen 2021/22 der erneute Aufstieg in die 2. Bundesliga – diesmal gefolgt mit dem gesicherten Klassenerhalt im deutschen Fußball-Unterhaus, wo der FCM seitdem spielt. Doch die tabellarische Situation sieht aktuell nicht gut für die Magdeburger aus. Nach acht Spieltagen steht Platz 18 zu Buche.

Wir haben den 1. FC Magdeburg in unserem Gegnercheck genauer unter die Lupe genommen.

TOP SCORER

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Alexander Ahl-Holmström- 2 Tor Laurin Ulrich – 2 Assists
Jean Hugonet – 1 Tor Jean Hugonet – 1 Assist
Rayan Ghrieb- 1 Tor Baris Atik – 1 Assist
Noah Pesch – 1 Tor Eldin Dzogovic- 1 Assist
   

 

Der Trainer

Der 1. FC Magdeburg hat am Sonntag (12.10.) seinen Cheftrainer Markus Fiedler sowie die beiden Co-Trainer Andreas Schumacher und Saban Uzun mit sofortiger Wirkung freigestellt. Interimsweise übernimmt das U23-Trainerduo um Petrik Sander und Pascal Ibold im Verbund mit Co-Trainer Silvio Bankert. Voraussichtlich wird dieses Interimsgespann auch am kommenden Sonntag (19.10./13.30 Uhr) im Merck-Stadion am Böllenfalltor auf der Gästebank Platz nehmen, sollte der FCM vorher nicht noch einen neuen Cheftrainer verpflichten.

Prunkstück

Beim 1. FC Magdeburg läuft offensiv eigentlich einiges ziemlich gut. Die Mannschaft von der Elbe sucht konsequent und zielstrebig den Weg nach vorn, was sich deutlich in den Zahlen widerspiegelt: Mit insgesamt 125 Torschüssen gehört der FCM zu den Zweitliga-Teams, die am häufigsten auf das gegnerische Gehäuse zielen. Nur Paderborn (128) und Elversberg (129) sind in dieser Statistik besser und verzeichnen mehr Torabschlüsse. Jetzt kommt allerdings das große Aber. Den Bördestädtern fehlt die Konsequenz im Abschluss. Nur sieben Tore erzielten sie im Laufe dieser Saison, zusammen mit Nürnberg der geringste Wert der Liga.

All Eyes on ...

Es ist ein kühler Trainingsmorgen in Magdeburg. Der Ball prallt mit dumpfem Klang vom Schuh eines jungen Mittelfeldspielers ab. Laurin Ulrich hebt kurz den Kopf, spielt einen flachen Pass in die Tiefe und ruft eine kurze Anweisung an seinen Mitspieler. Routine – und doch steckt in jeder seiner Bewegungen etwas Neues. Der 20-Jährige gilt als spielstarker, technisch sauberer Mittelfeldmann, der das Tempo bestimmen und Räume öffnen kann – Qualitäten, die Magdeburg in dieser Saison gut gebrauchen kann.  

Geboren und aufgewachsen in Ostwürttemberg, begann Ulrichs Fußballweg bei der TSG Nattheim. 2016 wechselte er in die Jugend des VfB Stuttgart – ein Schritt, der für viele junge Talente aus der Region zum Prüfstein wird. Beim VfB machte Ulrich schnell auf sich aufmerksam: In der B-Junioren-Bundesliga führte er sein Team 2021/22 als Spielmacher zur Staffelmeisterschaft und traf im Halbfinalrückspiel gleich doppelt. Damit ebnete er den Weg ins Endspiel um die Deutsche U17-Meisterschaft – ein frühes Ausrufezeichen.

Seine Entwicklung blieb nicht unbemerkt. Im Sommer 2022 unterschrieb Ulrich beim VfB einen langfristigen Vertrag, kurz darauf erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Silber – eine der höchsten Auszeichnungen für Nachwuchsspieler in Deutschland. Nur wenige Monate später, am 12. November 2022, folgte sein Bundesliga-Debüt gegen Bayer Leverkusen. Doch überwiegend kam Ulrich für die zweite Mannschaft der Stuttgarter in der Regionalliga Südwest zum Einsatz. Und überzeugte dort mit Konstanz und Spielintelligenz: drei Tore, zehn Vorlagen und ein entscheidender Beitrag zum Aufstieg in die 3. Liga. Auch der DFB kennt seinen Namen: Schon 2020 debütierte Ulrich für die deutsche U16-Nationalmannschaft, später führte er die U17 als Kapitän bei der Europameisterschaft 2022 aufs Feld.

Neue Kapitel. Für die Saison 2024/25 wurde er an den SSV Ulm ausgeliehen, um Zweitliga-Erfahrung zu sammeln. Doch kam Ulrich dort nur selten zum Zug. Schon nach der Winterpause kehrte er zum VfB zurück – in die zweite Mannschaft mit dem Ziel, wieder anzuknüpfen an vorherige Leistungen. Seit diesem Sommer trägt er nun auf Leihbasis das Trikot des 1. FC Magdeburg. Ein neuer Verein, eine neue Chance in der 2. Bundesliga. Im Mittelfeld des FCM soll er jene Qualitäten einbringen, die ihn schon in Stuttgart auszeichneten: Übersicht, Präzision und die Ruhe, das Spiel zu lenken, statt sich von ihm treiben zu lassen.

Philipp Foerster (Karlsruher SC, #11) im Zweikampf mit Laurin Ulrich (1. FC Magdeburg, #08),
Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Blick in die Magdeburg-Vitrine

  • Europapokal der Landesmeister: 73/74
  • Drittligameister: 21/22, 17/18
  • DDR-Meister: 74/75, 73/74, 71/72
  • DDR-Pokalsieger: 82/83, 78/79, 77/78, 72/73, 68/69, 64/65, 63/64
  • Meister der Regionalliga Nordost: 14/15
  • Landespokal-Sieger Sachsen-Anhalt: 21/22, 17/18, 16/17, 13/14, 12/13, 08/09, 05/06, 02/03, 00/01, 97/98, 92/93

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