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21.10.2025 / Profis

Der FC Schalke 04 im Gegnercheck

Es ist Herbst 1992 und auf den Betonrängen des Parkstadions stehen die Schalker-Fans und singen: „Blau und Weiß, wie lieb ich dich!“ Auf dem Rasen stehen elf Spieler im königsblauen Trikot mit weißem Kragen und auf der Brust prangt das „Ractiv“-Logo. Schalke 04 mitten im Umbruch, zwischen Aufbruch und Alltag. Was damals nur ein Trikot war, ist heute ein Symbol des Aufschwungs.

Schalke 04 jubelt nach einem Tor.
Foto: DFL/Getty Images/Lukas Schulze

Das Trikot ist ein Stück Erinnerung an eine Zeit, in der der Fußball im Ruhrgebiet noch rauer war. Der Stoff, er war damals noch robust, fast schwer und trug sich so wie Schalke damals spielte – ehrlich, kämpferisch und mutig. Im Vergleich zu den hochmodernen Jerseys von heute hatte das Trikot keine technischen Raffinessen, aber es hatte Charakter.

Sportlich war die Spielzeit in der Saison 1992/93 keine Sternstunde, aber eine solide Phase in der Bundesligageschichte des Vereins. Schalke beendete die Saison auf Platz 10.  Damals stand da eine Mannschaft ohne große Stars auf dem Feld – doch mit klarer Haltung, den im Ruhrpott geliebten „Malocher-Fußball“ zu spielen.

Mehr als drei Jahrzehnte später. Die Knappen haben das Trikot aus der Saison 1992/93 in 2025 wiederbelebt. Das Heimtrikot mit dem abstrakten Allover-Muster soll an die bewegte Schalker Vereinsgeschichte erinnern. Es erzählt von Tagen im Parkstadion, vom Bier in der Hand und alten Flutlichtmasten. Das Stadion ist mittlerweile ein hochmodernes. Und der Verein aus dem Ruhrgebiet steht heute vor anderen Herausforderungen. Nach schwierigen Jahren, Abstiegen und Wiederaufstiegen sowie der harten Zweitliga-Realität liegt der FC Schalke 04 aktuell auf dem zweiten Platz der 2. Bundesliga. Die Königsblauen, sie werden sich binnen weniger Tage gleich zweimal mit dem SV Darmstadt 98 duellieren – erst am Freitagabend (24.10./18.30 Uhr) auf Schalke in der Liga, dann am Mittwochabend (29.10./20.45 Uhr) im DFB-Pokal am Böllenfalltor.

Wir haben uns die Gegner fürs Wochenende und für das DFB-Pokalspiel mal genauer im Gegnercheck angeschaut.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Kenan Karaman – 3 Tore  Ron Schallenberg – 2 Assists
Mousa Sylla – 3 Tore Soufiane El-Faouzi – 2 Assists
Hasan Kuruçay – 2 Tore Nikola Katic – 2 Assists
Bryan Lasme – 2 Tore Kenan Karaman – 1 Assist
Christopher Antwi-Adjei – 1 Tor Christopher Antwi-Adjei – 1 Assist

 

Der Trainer

Trainer Miron Muslic ( Schalke 04 ) gibt Anweisungen

Miron Muslic

Cheftrainer bei FC Schalke 04
  • Geburtstdatum (Alter): 14.09.1982 (43)
  • Geburtsort: Bihać (ehemals Jugoslawien)
  • Nationalität: Österreich
  • Im Amt seit: Mai 2025
  • Vorherige Trainerstationen: Plymouth Argyle, Cercle Brügge

Prunkstück

Beim FC Schalke 04 ist in Sachen Laufbereitschaft und Intensität ordentlich Feuer drin. Die Königsblauen zeigen sich besonders im Sprintverhalten äußerst engagiert und zählen in dieser Kategorie zur Ligaspitze. Mit insgesamt 1526 Sprints belegt Schalke einen starken dritten Platz in dieser Statistik. Nur Hannover 96 (1536) und Arminia Bielefeld (1546) sprinten noch häufiger. Das zeigt: An Einsatz und Wille mangelt es der Mannschaft von der Gelsenkirchener Schalker Meile ganz sicher nicht. Die Spieler investieren enorm viel, sind ständig in Bewegung und versuchen, den Gegner mit hohem Tempo unter Druck zu setzen. Der Lohn: Tabellenplatz zwei in der 2. Bundesliga, seit vier Spielen ohne Punktverlust und mit nur fünf Gegentoren die beste Defensive des Wettbewerbs.

All Eyes on ...

Die Luft riecht nach Holz, Lack und alten Notenblättern. Ron Schallenberg sitzt zwischen Gitarren, Keyboards und Schlagzeugen im Musikhaus seiner Familie in Paderborn, tippt auf den Tasten eines E-Pianos und schmunzelt. „Wenn ich selbst loslege, gefällt mir das Klavier sehr, die Gitarre hört sich aber einfach am coolsten an. Und was die Musikrichtung angeht: Da bin ich total offen“, erzählt er im „Schalker Kreisel“. Das Geschäft gibt es seit drei Generationen – sein Urgroßvater startete mit Radios, später wandelte die Familie es zum Musikladen um. Heute führt Schallenbergs Vater das Haus – und Ron hat in dieser Umgebung früh gelernt, Verantwortung zu spüren, Dinge auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen.

Genau diese Lektionen begleiteten ihn auch auf dem Fußballplatz. Geboren in Paderborn, begann Schallenberg seine fußballerische Reise bei SV Marienloh, seinem Heimatverein. Schon in jungen Jahren zeigte sich, dass er nicht nur technisches Talent besitzt, sondern auch eine außergewöhnliche Spielintelligenz, die ihn zum SC Paderborn brachte. Über die Jahre arbeitete er sich durch die Jugendmannschaften des SC Paderborn nach oben, erlebte die Höhen und Tiefen des Vereins und wusste früh, dass harte Arbeit und Geduld entscheidend sein werden.

Seine Karriere führte ihn 2018 auf Leihbasis zum SC Verl, wo er seine Vielseitigkeit auf den Defensivpositionen und Führungsqualitäten weiter ausbauen konnte, bevor er erneut den Weg zurück nach Paderborn fand. In Paderborn war Schallenberg fortan fester Bestandteil der ersten Mannschaft. Am 28. September 2020 gab der junge Spieler sein Debüt gegen den HSV, avancierte schnell zum Stammspieler und wurde zur Saison 2021/22 sogar zum Kapitän ernannt. 

Von Paderborn nach Gelsenkirchen

Ein Jahr später – im Sommer 2023 – schlug es den gebürtigen Paderborner in den Ruhrpott zum FC Schalke 04. Denn die Leidenschaft zum S04 entwickelte Schallenberg schon zu Kindestagen: „So richtig die Spiele verfolgt habe ich zu Beginn des Jahrtausends, mit ungefähr vier oder fünf Jahren. 2004 hat mich mein Vater gegen Vardar Skopje zum ersten Mal ins Stadion mitgenommen. Spätestens da ist der Funke übergesprungen, auch ein Flitzer während des Spiels konnte mich nicht nachhaltig abschrecken“, erinnert sich Schallenberg gerne im Interview mit dem „Schalker Kreisel“ zurück. Besonders bemerkenswert am Fußballclub aus dem Ruhrpott? „In erster Linie die Mentalität, die im und um den Club herum von durchgehend jedem gelebt wird“, so der Defensivmann der Königsblauen.

In der aktuellen Schalker Mannschaft gilt Schallenberg als stabiler defensiver Mittelfeldspieler, als jemand, der das Spiel lesen, Räume öffnen und junge Mitspieler führen kann. Ron Schallenberg ist ein Spieler, der gelernt hat, dass Erfolg nicht nur Talent, sondern auch Geduld, Konsequenz und ein Gespür für Timing braucht. Die ruhige Ader, die ihn schon beim Üben von Trommeln oder Klavier im Musikhaus seiner Familie begleitet hat, spiegelt sich auch in seinem Spiel auf dem Fußballfeld wider: bedacht, strukturiert, unaufgeregt – und dennoch mit klarer Wirkung.

Ron Schallenberg im Einsatz für den FC Schalke 04.
Foto: eibner Pressefotos

Blick in die Schalker Vitrine

  • Deutscher Meister: 57/58, 41/42, 39/40, 38/39, 36/37, 34/35, 33/34
  • Deutscher Pokalsieger; 10/11, 01/02, 00/01, 71/72, 37
  • UEFA-Cup-Sieger: 96/97
  • Deutscher Superpokalsieger: 11/12
  • Deutscher Zweitligameister: 21/22, 90/91, 81/82
  • UI-Cup-Sieger: 94/95, 03/04
  • Deutscher Ligapokalsieger: 05/06
  • Landespokal-Westfalen-Sieger: 43/44, 42/43
  • Westdeutscher Pokalsieger: 53/54

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