Widget
04.03.2025 / Profis

Der Karlsruher SC im Gegnercheck

37. Spieltag in der 3. Liga: Der Karlsruher SC empfing im Wildparkstadion den Gast aus Rostock. Ein Spiel, das in die Vereinsgeschichte eingehen sollte. Denn an diesem Tag konnte der KSC den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen. Eine entscheidende Änderung in der Startelf: Dennis Kempe rückte für Kai Schwertfeger in die Anfangsformation. Dabei begann die Partie alles andere als nach Plan. Bereits in der 18. Minute gingen die Gäste aus Rostock mit 1:0 in Führung – die große Aufstiegsfeier im eigenen Stadion schien zu platzen. Doch dann kam die 74. Minute: Nach einem verunglückten Eckball landete die zweite Hereingabe rund acht Meter vor dem Tor ausgerechnet direkt auf dem Fuß von Dennis Kempe. Dieser nagelte den Ball unhaltbar ins rechte obere Eck. Der Wildpark explodierte – der KSC war zurück in der 2. Bundesliga.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Fast zwölf Jahre ist das mittlerweile her. Seitdem erlebten die Badener Höhen und Tiefen – darunter die dramatische Relegation gegen den Hamburger SV, in der sie knapp am Bundesliga-Aufstieg scheiterten. Und den bitteren Abstieg 2017 zurück in die 3. Liga.

Doch seit dem erneuten Aufstieg 2019 gehört der KSC fest zur 2. Bundesliga. In der aktuellen Saison startete Karlsruhe stark: Nach den ersten neun Spieltagen war der KSC ungeschlagen und zwischenzeitlich Tabellenzweiter. Mit viel Selbstvertrauen reisen die Badener zudem zum kommenden Spiel nach Darmstadt (7.3./18.30 Uhr). Grund dafür sind dabei vor allem die beiden jüngsten Erfolge gegen den 1. FC Magdeburg und den 1. FC Köln. Nach 24 Spieltagen steht der KSC auf Rang neun – mit sechs Punkten Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze.

Top-Scorer

Top-Torjäger 
Top-Vorlagengeber
Marvin Wanitzek – 9 Tore Marvin Wanitzek – 10 Assists 
Fabian Schleusener – 6 Tore Fabian Schleusener – 5 Assists 
Leon Jensen – 4 Tore Luca Pfeiffer – 3 Assists 
Andrin Hunziker – 2 Tore Dzenis Burnic – 2 Assists 

Der Trainer

Pep Guardiola erklärte einmal, dass es kaum Sinn mache, länger als drei Jahre bei einem Verein zu bleiben. Entweder müsse man den Trainer austauschen oder die gesamte Mannschaft erneuern. Mit dieser Aussage spielte er auf seinen „größten Fehler“ an: Das vierte Jahr beim FC Barcelona. Christian Eichner ist mittlerweile in seiner fünften Saison als Cheftrainer beim KSC – und zeigt keinerlei Anzeichen, den Verein verlassen zu wollen. Einer der Gründe dafür sei der stetige Umbruch innerhalb des Kaders. „Das ist einer der Faktoren, warum ich mich hier nicht so schnell abnutze, wie es anderswo vielleicht der Fall wäre“, erklärte Eichner. Angst vor der Abnutzung hat der Sinsheimer ohnehin nicht. Im Gegenteil: Er liebt es, jede Saison mit einem veränderten Team zu arbeiten. „Ich will mich immer wieder neu erfinden. Es gibt kleine Bausteine, die nach außen vielleicht gar nicht so groß wirken.“

Rückblick. „Ich bin damals mehr oder weniger aus dem Nichts in den Cheftrainer-Job hineingeschlittert, wenn man so will“, sagte Christian Eichner einst gegenüber Sport1. Seit 2016 arbeitet der ehemalige Fußballprofi und Mathematiker als Trainer beim Karlsruher SC. Seine Laufbahn begann er zunächst als Co-Trainer der U17, ehe er sich nach oben zum Co-Trainer der Profis vorarbeitete. Von dort aus ging es zunächst interimsmäßig zurück zur U17, diesmal als Cheftrainer, bevor der heute 42-Jährige 2017 plötzlich an der Seitenlinie der Profimannschaft stand und das Team für eine Woche übernahm. Drei Jahre später wiederholte sich dieses Szenario – und erneut war es Eichner, der einsprang. 2020 übernahm der ehemalige Linksverteidiger schließlich dauerhaft die Verantwortung als Chefcoach, die er bis heute innehat.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Prunkstück

Vor dem Tor macht dem Karlsruher SC kaum jemand etwas vor. Der KSC erzielte bislang 44 Tore in der laufenden Saison. Zusammen mit der SV Elversberg befinden sich die Badener damit in der 2. Bundesliga auf dem dritten Rang in der Statistik der Teams mit den meisten Toren. Nur der Hamburger SV (51) und der 1. FC Magdeburg (52) haben mehr geschossen. Mit Blick auf die 15 Pfosten- oder Lattentreffer des Karlsruher SC hätten es sogar noch deutlich mehr Treffer sein können…  

All Eyes on ...

„Momentan sehe ich meinen Lebensmittelpunkt hier“, sagte Marvin Wanitzek in einem Interview mit dem SWR. In Karlsruhe fühlt sich der 31-Jährige pudelwohl – ein Abschied stehe für ihn aktuell nicht zur Debatte. Vor allem die Nähe zu seiner Familie und seinem besten Freund, der direkt nebenan wohnt, machen das Leben in der Stadt für den Bruchsaler besonders lebenswert. Dies steht weit über seinen großen Traum von Bundesliga. Ob Wanitzek das Zeug hätte, um in der 1. Liga dauerhaft zu spielen? Mit Sicherheit. Doch der Offensivspieler bleibt bis dato lieber dem KSC treu.

Denn nicht nur in der Stadt, auch auf dem Platz fühlt sich Wanitzek in Karlsruhe zuhause. Mit beeindruckenden 22 Scorerpunkten in 27 Pflichtspielen führt er seine Mannschaft mit beeindruckenden Leistungen an. Dabei überzeugt er nicht nur sportlich, sondern auch mit seiner Rolle als Kapitän. Nachdem er zuvor Co-Kapitän an der Seite von Jérôme Gondorf war, wurde er kurz vor Saisonstart offiziell zum neuen Spielführer ernannt. „Dass das mit der Kapitänsbinde eine Woche vor Liga-Start noch einmal offiziell gemacht wurde, hat mich extrem gefreut – die Mannschaft meines Heimat- und Herzensklubs aufs Feld führen zu dürfen, bedeutet mir sehr viel“, so Wanitzek. Allein diese Worte zeigen, wie sehr er sich mit dem KSC identifiziert.

Seit 2017 trägt er bereits das KSC-Trikot – und in dieser Zeit hat sich Wanitzek auch historisch verewigt: Mit 66 Toren steht die Nummer zehn mittlerweile auf Platz fünf der ewigen Torschützenliste des Vereins. Innerhalb der Mannschaft genießt er höchstes Ansehen. „Er ist für das Team eine absolute Leitfigur – auf und neben dem Platz. Ein extrem wichtiger Spieler und echter Anker“, lobte Mitspieler Leon Jensen seinen Kapitän.

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Blick in die Vitrine des KSC

  • Deutscher Meister: 1908/09
  • Deutscher Pokalsieger: 1954/55, 1955/56
  • Deutscher Zweitligameister: 1974/75, 1983/84, 2006/07
  • Deutscher Drittligameister: 2012/13
  • Landespokal-Baden-Sieger: 2012/13, 2017/18, 2018/19
  • Süddeutscher Pokalsieger: 1959/60

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
„Ich könnte nicht dankbarer sein“
17.03.2026

„Ich könnte nicht dankbarer sein“

Mehr als 8600 Kilometer Luftlinie liegen zwischen San Antonio und Darmstadt. Landry Walker hat sich am 8. März auf den weiten Weg von Texas nach Südhessen gemacht. Der 16-jährige Mittelfeldspieler wurde beim San Antonio FC, dem Kooperationsverein des SV Darmstadt 98, ausgebildet und tauchte in den zurückliegenden Tagen tief in die Lilien-Welt ein. Wir blicken auf den Besuch des amerikanischen U17-Nationalspielers zurück.

Ein gewonnener Punkt
14.03.2026

Ein gewonnener Punkt

Die Lilien sind in Magdeburg 60 Minuten lang die schwächere Mannschaft, zeigen aber eine beeindruckende Reaktion auf den zwischenzeitlichen Rückstand und nehmen schlussendlich einen Punkt mit nach Südhessen. In unserer Analyse blicken wir auf turbulente Minuten nach dem 0:1 und erläutern die Gründe dafür, dass dem SV 98 über lange Zeit der Zugriff auf die Gastgeber fehlte.

„Nehmen Punkt mit, auch wenn wir gerne gewonnen hätten“
13.03.2026

„Nehmen Punkt mit, auch wenn wir gerne gewonnen hätten“

Es wurde das erwartet knifflige Auswärtsspiel: Gegen leidenschaftlich auftretende Hausherren, die den Lilien alles abverlangten, nimmt der SV 98 am 26. Spieltag einen Punkt mit. Nach dem Seitenwechsel stand insbesondere Fabian Nürnberger im Mittelpunkt, der erst ein Eigentor und dann den Ausgleich erzielte. Wie er selbst den Abend erlebte und wie die anderen Protagonisten das 1:1 bewerteten, lest Ihr in den Stimmen zum Spiel.

Punkteteilung in Magdeburg
13.03.2026

Punkteteilung in Magdeburg

Der SV 98 kann am 26. Spieltag sein Konto aufstocken: Einen Zähler entführen die Lilien beim 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Magdeburg. Für die Gäste traf Joker Nürnberger (67.). Damit stehen die Südhessen nun bei 49 Saisonpunkten.

Pfeiffer und Holland rücken ins Team
13.03.2026

Pfeiffer und Holland rücken ins Team

Freitagabend in Magdeburg. Die Lilien gastieren am 26. Spieltag beim FCM. Florian Kohfeldt verändert seine Startelf im Vergleich zum Heimsieg gegen Kiel auf zwei Positionen. Patric Pfeiffer kehrt nach seiner Sperre zurück in die Mannschaft, Aleksandar Vukotić nimmt dafür auf der Bank Platz. Zudem rückt Fabian Holland für Merveille Papela in die Formation. Fabian Nürnberger steht erstmals seit dem Braunschweig-Spiel (14.02.) wieder im Aufgebot, Raoul Petretta fehlt mit Knieproblemen im Kader.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Magdeburg-Spiel
12.03.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Magdeburg-Spiel

Freitagabend. Flutlicht. Die Lilien gastieren anlässlich des 26. Zweitliga-Spieltags auswärts beim 1. FC Magdeburg. Anstoß am Freitag (13.3.) ist um 18.30 Uhr. Was sagen beide Cheftrainer vor dem Spiel? Wer wird das Duell leiten? Und wer sitzt bei Sky am Mikrofon. Alle wichtigen Infos zur Partie in Magdeburg haben wir Euch wie gewohnt in „Matchday kompakt“ zusammengetragen.

„Haben Lust, ein Auswärtsspiel zu gewinnen“
12.03.2026

„Haben Lust, ein Auswärtsspiel zu gewinnen“

Vor dem Spiel am Freitagabend (13.3./18.30 Uhr) ordnet Florian Kohfeldt die Spielweise des 1. FC Magdeburg ein, gibt ein Personalupdate und blickt auf die eigene Vorbereitung auf die Partie. Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz unseres Cheftrainers haben wir hier zusammengefasst.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Magdeburg-Spiel
11.03.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Magdeburg-Spiel

Der SV 98 tritt am Freitag die Reise in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts an und will auswärts endlich mal wieder drei Punkte entführen. Der 1. FC Magdeburg dagegen ist als Tabellenletzter im Kampf um den Klassenerhalt unter Zugzwang. Was unterscheidet die Teams? Wo gibt es aber auch statistische Gemeinsamkeiten? Alle Fakten und Zahlen zum Duell zwischen den Lilien und dem 1. FC Magdeburg haben wir in diesem Artikel für euch zusammengepackt. Hier findet ihr die Top Facts zur Partie am Freitagabend.

1. FC Magdeburg im Gegnercheck
10.03.2026

1. FC Magdeburg im Gegnercheck

Um 18.30 an einem eher unscheinbaren Freitagabend schien das Flutlicht auf den Fürther Fußballrasen. Es war der 21. Zweitliga-Spieltag, als der 1. FC Magdeburg bei der Spielvereinigung gastierte. Die Begegnung wurde im Vorfeld als „Kellerduell“ betitelt, doch dass genau diese Partie als „historisch“ in die Geschichtsbücher der 2. Bundesliga eingehen würde, damit rechnete wohl keiner…

Analyse: Der richtige Kniff
08.03.2026

Analyse: Der richtige Kniff

Die Lilien bleiben durch das 2:0 gegen Holstein Kiel auch im 13 Heimspiel dieser Saison ungeschlagen. Im Duell mit den „Störchen“ spielte dem SV 98 dabei ein früher Platzverweis in die Karten. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Südhessen die komplette Spielkontrolle, fuhren einen ungefährdeten Erfolg ein und konnten sich über Isac Lidbergs 13. Saisontreffer und die Torpremiere von Niklas Schmidt freuen. Der Heimsieg in der Analyse.

„Wir sind nicht einzelne Spieler, sondern Darmstadt 98“
07.03.2026

„Wir sind nicht einzelne Spieler, sondern Darmstadt 98“

Temporeicher Start, zerfahrener erster Durchgang nach dem Platzverweis gegen Marcus Müller. Mit Beginn der zweiten Hälfte zeigten die Lilien aber ein anderes Gesicht. Nach dem frühen Doppelschlag im zweiten Durchgang durch Tore von Isac Lidberg und Niklas Schmidt fuhren die Südhessen einen insgesamt ungefährdeten Heimsieg ein.

Heimsieg! Lilien brillieren nach Seitenwechsel
07.03.2026

Heimsieg! Lilien brillieren nach Seitenwechsel

Spiele im Merck-Stadion am Böllenfalltor beflügeln die Lilien weiter zu Höchstleistungen! Mit 2:0 (0:0) siegen die Hausherren verdient gegen Holstein Kiel und schnappen sich den siebten Heimdreier in Serie. Nach einer schwierigen ersten Hälfte trumpften die Südhessen nach dem Seitenwechsel auf: Lidberg (48.) und Schmidt (52.) brachten ihre Farben schon früh im zweiten Durchgang auf die Siegerstraße. Der SV 98 weist somit nach 25 Spieltagen nun 48 Saisonzähler auf.