Als am 04. Mai 2024 der Schlusspfiff ertönte, wurde gejubelt, gefeiert, gelacht und geweint. Der SSV Ulm hatte es wirklich geschafft: Den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Christian Ortag, dem Torwart des SSV Ulm, war an diesem Tag allerdings nur noch eines wichtig: So schnell wie möglich runter vom Platz, weg von der Mannschaft und raus aus dem Donaustadion. Der Grund dafür war besonders: Seine Frau Laura befand sich in den Wehen.
„In der ersten Halbzeit ging es los, aber in der zweiten dann so richtig“, berichtete Ortag. Doch auf dem Platz bekam er davon kaum etwas mit. Glücklicherweise informierte ihn später sein Torwartkollege Lorenz Otto darüber. Der 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln und die anschließende Aufstiegsparty interessierten Ortag zu diesem Zeitpunkt kaum noch: „Mein Kopf war sofort auf das Thema Familie fokussiert – wie komme ich jetzt schnell zu meiner Frau? (…) Wir waren überglücklich, dass es zeitlich so gut gepasst hat, dass wir es zusammen ins Krankenhaus geschafft haben“, erklärte er. Dort dauerte es nur 45 Minuten, bis ihr zweiter Sohn, Nick, das Licht der Welt erblickte.
Die Aufstiegsfeier holte er etwas später nach. „Als ich aus dem Krankenhaus kam, habe ich mich den Jungs noch in der Stadt angeschlossen. Aber in Sachen Alkohol hatten die Jungs schon einen Vorsprung“, schmunzelte Ortag.
Gegenwart. In der 2. Bundesliga gehört der Keeper fest zum Stammpersonal der Spatzen – er verlängerte seinen Vertrag in dieser Saison bis 2028, obwohl er drei Monate wegen einem Schlüsselbeinbruch pausieren musste. Jetzt ist er jedoch wieder topfit und hilft seinem Team mit wichtigen Paraden. „Chris Ortag ist für uns ein immens wichtiger Spieler und Charakter. Er verkörpert die Werte unseres Vereins und der Mannschaft und hat in den letzten Jahren herausragende Leistungen gebracht. An den Erfolgen, die wir gemeinsam feiern konnten, hat er einen sehr großen Anteil.“, kommentierte SSV-Geschäftsführer Markus Thiele die Bedeutung des Torhüters im Rahmen seiner Vertragsverlängerung.