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01.04.2025 / Profis

Die SpVgg Greuther Fürth im Gegnercheck

Was war das für eine Auswährtsfahrt im letzten Jahr! Im Frankenland bei der SpVgg Greuther Fürth gelang dem SV Darmstadt 98 ein deutlicher 5:1-Auswärtserfolg. Während die Lilien einiges zu feiern hatten, feiert der damalige Fürther Interimstrainer Leonhard Haas ein ganz und gar nicht erfolgreiches Debüt. Doch nun coacht ein anderer Mann an der Seitenlinie der Kleeblätter: Jan Siewert. Mit ihm wollen die Fürther wieder an die früheren erfolgreichen Zeiten rund um den Fürther Flachpass anknüpfen. Wir stellen Euch den kommenden Gegner der Lilien ganz genau vor.

Foto: Alexander Scheuber/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Top-Scorer

Top-Torjäger 
Top-Vorlagengeber
Noel Futkeu – 9 Tore Felix Klaus – 5 Assists 
Julian Green – 7 Tore Dennis Srbeny – 4 Assists 
Branimir Hrgota – 6 Tore Branimir Hrgota – 3 Assists
Dennis Srbeny – 4 Tore Roberto Massimo – 3 Assists 
Roberto Massimo – 3 Tore Jomaine Consbruch – 3 Assists

Der Trainer

Was ist dein Zweck der Existenz? Keine Sorge, dieser Abschnitt artet nicht zu einem Philosophie-Seminar aus – auch wenn es erstmal so klingt. Vielmehr ist es eine zentrale Frage im Leben von Jan Siewert, dem aktuellen Cheftrainer der SpVgg Greuther Fürth. Der „Zweck der Existenz“ – kurz ZDE – stammt aus einem seiner Lieblingsbücher „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky und beschreibt die Antwort auf die große Frage, warum man auf dieser Welt ist und was man erreichen möchte. Für Siewert gibt es darauf viele Antworten.

Eine dieser vielen Antworten ist die Musik: „Ich höre von Hip-Hop über Schlager bis Rock eigentlich alles. Die Lieder müssen nur viel Energie haben“, beschreibt Siewert seinen Musikgeschmack – genau wie seine Vorstellung des energiegeladenen Fußballs. Eine andere Leidenschaft von ihm ist „Dippekuchen“ – sein Leibgericht, ein deftiges Kartoffelgericht aus der Eifel, das einst als „Arme-Leute-Essen“ galt, heute aber für Siewert Heimat und Identität bedeutet. In seiner Freizeit lässt sich der Coach zudem gerne von Serien wie Ted Lasso inspirieren – eine Serie, in der ein unkonventioneller Trainer mit Menschlichkeit, Humor und Optimismus überzeugt.

Luca Itter, Verteidiger in Fürth, beschreibt seinen Trainer als jemanden, der „Feuer im Arsch“ habe. Und vielleicht ist dieses Feuer tatsächlich geologisch bedingt – schließlich wurde Jan Siewert in Mayen in der Vulkaneifel geboren. Die Vulkane in der Eifel haben zum Glück der Bewohner schon seit tausenden von Jahren keine Aktivität mehr gezeigt. Ein Verhalten, das Siewert bei seinen Spielern nicht tolerieren würde. Denn sein oberstes Prinzip ist – und das betont er regelmäßig: Aktivität, vor allem auf dem Fußballplatz.

Siewerts Trainerkarriere ist ebenso facettenreich wie seine Interessen. Nach Stationen als Co-Trainer im DFB-Nachwuchs und als Chefcoach bei Rot-Weiss Essen, dem englischen Club Huddersfield Town und FSV Mainz 05, übernahm er in dieser Saison das Amt als Trainer bei den Kleeblättern.

Und wer weiß – vielleicht ist Fürth genau der Ort, an dem sich Siewerts persönlicher „Zweck der Existenz“ im Fußball ein Stück weiter erfüllt.

Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Prunkstück

Greuther Fürth schafft es wie kaum eine andere Mannschaft in der 2. Bundesliga, durch geschickte Dribblings diverse Fouls zu ziehen. Im Bereich der erhaltenen Elfmeter teilen sich die Kleeblätter zusammen mit dem SC Paderborn den zweiten Platz – jeweils sechs Strafstöße wurden beiden Teams bislang zugesprochen. In vier Fällen zogen die Fürther ein Foulspiel, zwei Elfer kamen durch Handspiele des Gegners zustande. Zurück zur Gesamtstatistik: Nur Fortuna Düsseldorf (8) durfte öfter vom Elfmeterpunkt antreten. Zudem liegen die Fürther auf Platz fünf, was erhaltene Freistöße angeht.

All Eyes on ...

Felix Klaus hielt es nicht mehr – er rannte einfach los. Direkt zu den Fans, zu den rund 2.000 Fürther Anhängern, die seinen großen Moment miterleben durften. Doch weit kam der damals 19-Jährige nicht. Kaum war der Ball im Netz und der Jubel entfacht, packten ihn seine Mitspieler – und warfen ihn im Freudentaumel kurzerhand zu Boden.

„Das war eigentlich glatt Rot“, grinste Klaus nach dem Spiel – natürlich mit einem Augenzwinkern. Und Grund zum Strahlen hatte er allemal: Mit seinem ersten Bundesliga-Treffer schrieb der Youngster ein kleines Stück Vereinsgeschichte und krönte sich zum ersten Torschützen des damals 52. Klubs, der je in Deutschlands höchster Spielklasse spielte.

„Das ist ein unfassbares Gefühl für mich“, sagte Klaus, der beim Bundesligaauftakt im Jahr 2012 gegen den FC Bayern völlig überraschend vom damaligen Kleeblatt-Trainer Mike Büskens ins kalte Wasser geworfen worden war.

Das Ganze ist nun 13 Jahre her und seitdem hat sich so einiges geändert. Eines jedoch scheint so, als wäre es beim Alten geblieben: Felix Klaus, der schon von 2007 bis 2013 für den Nachwuchs und die Profis der Fürther gespielt hatte, streift sich seit Januar 2025 wieder das grün-weiße Trikot über den Kopf. „Es ist für mich, heimzukommen. Ich hatte super Gespräche mit den Verantwortlichen und will jetzt mithelfen, dass wir eine gute Rückrunde spielen“, sagte Felix Klaus am Rande seiner Vertragsunterschrift bei den Franken.

Dabei zeigt der mittlerweile schon 32-Jährige immer noch, warum er einst dreimal für die deutsche U21-Nationalelf auflaufen durfte: Seit seinem Wechsel zu Greuther Fürth stand er in allen acht Spielen von Beginn an auf dem Feld und sammelte dabei fünf Assists. Wenn er dieses Leistungsniveau über die ganze Rückrunde halten kann, könnte sein Vorsatz von der guten Rückrunde mit den Fürthern mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr werden.

Felix Klaus hat von 2007 bis 2013 schon einmal bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt. (Foto: Eibner-Pressefoto)

Blick in die Vitrine von Greuther Fürth

  • Deutscher Meister: 1913/14, 1925/26, 1928/29
  • Deutscher Zweitliga-Meister: 2011/12
  • Süddeutscher-Pokalsieger: 1917/18, 1922/23, 1924/25, 1925/26, 1926/27

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