Was ist dein Zweck der Existenz? Keine Sorge, dieser Abschnitt artet nicht zu einem Philosophie-Seminar aus – auch wenn es erstmal so klingt. Vielmehr ist es eine zentrale Frage im Leben von Jan Siewert, dem aktuellen Cheftrainer der SpVgg Greuther Fürth. Der „Zweck der Existenz“ – kurz ZDE – stammt aus einem seiner Lieblingsbücher „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky und beschreibt die Antwort auf die große Frage, warum man auf dieser Welt ist und was man erreichen möchte. Für Siewert gibt es darauf viele Antworten.
Eine dieser vielen Antworten ist die Musik: „Ich höre von Hip-Hop über Schlager bis Rock eigentlich alles. Die Lieder müssen nur viel Energie haben“, beschreibt Siewert seinen Musikgeschmack – genau wie seine Vorstellung des energiegeladenen Fußballs. Eine andere Leidenschaft von ihm ist „Dippekuchen“ – sein Leibgericht, ein deftiges Kartoffelgericht aus der Eifel, das einst als „Arme-Leute-Essen“ galt, heute aber für Siewert Heimat und Identität bedeutet. In seiner Freizeit lässt sich der Coach zudem gerne von Serien wie Ted Lasso inspirieren – eine Serie, in der ein unkonventioneller Trainer mit Menschlichkeit, Humor und Optimismus überzeugt.
Luca Itter, Verteidiger in Fürth, beschreibt seinen Trainer als jemanden, der „Feuer im Arsch“ habe. Und vielleicht ist dieses Feuer tatsächlich geologisch bedingt – schließlich wurde Jan Siewert in Mayen in der Vulkaneifel geboren. Die Vulkane in der Eifel haben zum Glück der Bewohner schon seit tausenden von Jahren keine Aktivität mehr gezeigt. Ein Verhalten, das Siewert bei seinen Spielern nicht tolerieren würde. Denn sein oberstes Prinzip ist – und das betont er regelmäßig: Aktivität, vor allem auf dem Fußballplatz.
Siewerts Trainerkarriere ist ebenso facettenreich wie seine Interessen. Nach Stationen als Co-Trainer im DFB-Nachwuchs und als Chefcoach bei Rot-Weiss Essen, dem englischen Club Huddersfield Town und FSV Mainz 05, übernahm er in dieser Saison das Amt als Trainer bei den Kleeblättern.
Und wer weiß – vielleicht ist Fürth genau der Ort, an dem sich Siewerts persönlicher „Zweck der Existenz“ im Fußball ein Stück weiter erfüllt.