Schon als Kind schaute Sidi Sané zu seinem älteren Bruder Leroy hinauf, der damals bei Bayern München auf dem Rasen glänzte und inzwischen seine Spuren bei Galatasaray in Istanbul hinterlässt. Die gemeinsamen Stunden damals auf dem Bolzplatz in Essen, die unzähligen Tricks, die Leroy vormachte, waren für Sidi mehr als nur Spielerei – sie waren Lektionen, Inspiration und Ansporn zugleich. „Ich habe immer zu meinem Bruder aufgeschaut, und auch heute noch motiviert er mich, besser zu werden,“ erzählt Sidi gegenüber dem Online-Portal „Ligazwei-online“.
Diese frühe Vorbildrolle prägte seinen Ehrgeiz, sich selbst eine eigene Identität auf dem Platz zu erarbeiten, fernab vom Glanz des großen Bruders. Der heute 22‑jährige Angreifer ging seinen eigenen Weg mit Ruhe, Selbstbewusstsein und klarer Perspektive. Sein Vater Souleymane Sané, ehemaliger Fußballprofi und Nationalspieler des Senegal, ist für ihn bis heute eine prägende Figur: „Nach jedem Spiel telefonieren wir. Er gibt mir sehr, sehr viele Tipps und wir besprechen, was ich noch besser machen kann oder wie die Trainingswoche verlief,“ erklärt der Offensivspieler. Seine Eltern begleiten ihn dabei regelmäßig live im Stadion und managen sogar die Spielbesuche, wenn er und sein Bruder am gleichen Tag auf dem Platz stehen – je nachdem, wer wo spielt.
Geboren am 21. April 2003 in Essen, begann Sanés fußballerische Reise bei der SG Wattenscheid 09, bevor er über die Jugendstation bei Bayer Leverkusen schon im Alter von acht Jahren in die Jugend des FC Schalke 04 wechselte und dort über Jahre ausgebildet wurde. In der Knappenschmiede durchlief er sämtliche Altersklassen und schaffte es schließlich in die zweite Mannschaft, wo er in der Regionalliga West seine Fähigkeiten unter Beweis stellte. Sein Debüt im deutschen Profifußball gab Sané in der Bundesliga für Schalke 04, als er im Dezember 2022 beim Spiel gegen den FC Bayern München eingewechselt wurde – ein erster Vorgeschmack auf das, was kommen sollte.
Im Sommer 2023 folgte der nächste prägende Schritt in seiner Karriere: Er wechselte zu Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga und erhielt dort das Trikot mit der Rückennummer 24. Dort wird er als vielseitiger Offensivspieler mit hohem Tempo geschätzt, der über die Außenbahnen, aber auch über die Mitte Akzente setzen kann. Trotz einer schweren Knieverletzung, die ihm die Spielzeit 2024/25 kostete, kämpfte sich Sané mit Disziplin und Ehrgeiz zurück ins Team und verlängerte im Sommer 2025 seinen Vertrag langfristig bis Juni 2027 – ein Zeichen des Vertrauens, das ihm der Verein ausspricht. „Ich freue mich sehr, meinen Vertrag bei den Blau‑Gelben verlängert zu haben. In den vergangenen beiden Jahren habe ich auch in schwierigen Zeiten vom Verein und den Fans viel Unterstützung erfahren,“ so Sané über seinen Weg in Braunschweig. Mit seinem familiären Rückhalt, seiner Ausbildung auf hohem Niveau und der Bereitschaft, sich immer wieder neu zu beweisen, bleibt Sidi Sané ein interessanter junger Profi, dessen weitere Entwicklung es zu beobachten gilt.