Wer hätte es gedacht? Das Mentalitätsmonster der Augsburger ist niemand geringeres als der Kapitän. „Ich bin kein Schönwetter-Fußballer, der nur glänzen will“, beschrieb sich Ermedin Demirovic einst selbst in einem Interview mit dem Online-Portal SPOX: „Ich gehe an meine Grenzen und will auch in scheinbar aussichtslosen Situationen alles versuchen.“ Der 25-Jährige ist ein Spieler, der es in sich hat. Gleich an sechs der neun bisherigen Saisontore der Fuggerstädter war er beteiligt, drei davon schoss er sogar selbst.
Doch wir blicken zunächst fast ein komplettes Jahrzehnt zurück: Mit 16 Jahren zog der gebürtige Hamburger mit bosnischen Wurzeln von zuhause aus und wechselte vom HSV in die Jugendabteilung von Leipzig, wo er unter Achim Beierlorzer seine ersten Schritte in Richtung Fußballprofi machte. Doch der Weg dorthin? Steinig. „Manchmal gab es Tage, an denen ich mich eingeschlossen und gesagt habe: Ich habe keinen Bock mehr, ich komme zurück nach Hamburg und Fußball ist mir egal. Ich will das alles gar nicht mehr“, verriet Demirovic einst gegenüber dem Kicker.
Von solchen Gedanken aber ist heute keine Spur mehr vorhanden. Im Sommer 2022 wechselte der Mittelstürmer vom SC Freiburg zum FCA. In Augsburg fühlt sich der vor der aktuellen Saison zum frischgebackenen Kapitän ernannte Demirovic pudelwohl und das zahlt sich aus. Man kann es ihm auf dem Platz ansehen, aber auch daneben ist er für die Mannschaft ungeheuer wichtig. Demirovic, der zuvor sowohl in Spanien und Frankreich als auch in der Schweiz und natürlich in der Bundesliga reichlich Erfahrung sammelte, sagt: „Ich war in vielen Ländern, bei vielen Vereinen und versuche, den Mitspielern auf und neben dem Platz zu helfen.“ In der Kabine fungiert er als DJ und stimmt sein Team stets auch musikalisch auf die Spiele ein. Auf dem Platz zeichnen ihn Ehrgeiz, Intensität und vor allem sein Torhunger sowie das Auge für den Mitspieler aus. Auch seine Geschwindigkeit mit 32,47 km/h zeigt, dass man diesen Mann definitiv nicht aus dem Auge lassen sollte.