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21.10.2023 / Profis

„Gespürt, dass viel mehr drin war“

Trotz Niederlage ein leidenschaftlicher Auftritt des SV Darmstadt 98. Die Lilien zeigten sich gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Leipzig über weite Strecken der Partie mutig und investierten viel. Doch die Effektivität der Sachsen sorgte für den 1:3-Endstand im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Wie ordnen die Darmstädter Protagonisten auf dem Rasen die 90 Minuten am Bölle ein? Was sagen die beiden Cheftrainer? Wir haben für Euch alle Stimmen zum Spiel zusammengefasst.

SV Darmstadt 98 vs. Leipzig
Foto: SV 98
Torsten Lieberknecht:

„Glückwunsch an Leipzig zum Sieg. Zum ersten Mal in dieser Saison bin ich nach einer Niederlage in der 1. Liga wirklich enttäuscht. Enttäuscht darum, weil wir – wenn man die bisherigen Spiele gegen Teams aus dem oberen Regal heranzieht – heute beste Leistung gezeigt haben. Wenn wir verlieren, dann wollen wir so verlieren wie heute. Denn wir waren mutig und aktiv, wir hatten eine gute Struktur mit und gegen den Ball sowie das Gefühl, dass wir in der Lage waren zu punkten. Nach einem denkbar schlechten Start ins Spiel haben wir schnell den Schlüssel gefunden und uns nicht beeindrucken lassen – und das über das gesamte Spiel bis auf eine kurze Phase vor dem 1:3, die mir nicht gefallen hat. Das Spiel heute muss uns Kraft geben sowie Mut und Selbstvertrauen für das, was alles noch kommt.“

Marco Rose:

„Wir sind sehr happy mit dem Sieg. Es war ein schweres und intensives Spiel, das wir in Darmstadt erwartet haben – in diesem kleinen, schicken Fußballstadion. Darmstadt ist eine Mannschaft, die Selbstvertrauen hat sowie gute Fußballer in ihren Reihen samt Physis und Tempo. Es gab also viele Aufgaben für uns. Wir sind dann aber mit dem schnellen Tor super reingekommen und konnten mit dem Freistoß erhöhen. Insgesamt hatten wir aber nie so richtig Kontrolle über das Spiel, weil Darmstadt hervorragend gepresst. Das 2:1 haben sich Darmstädter erarbeitet. In der zweiten Halbzeit war es dann sehr offen mit vielen Zweikämpfen, wir konnten aber noch auf 3:1 stellen und haben leidenschaftlich verteidigen. Insgesamt war es eine schwierige Aufgabe, Kompliment an Darmstadt für diese Leistung.“

Marcel Schuhen:

„Es war ein unterhaltsames und qualitativ hochwertiges Spiel mit vielen guten Aktionen auf beiden Seiten. Und wenn man das nach dem Spiel Darmstadt gegen Leipzig sagen kann, dann hört sich das erst einmal gut an für uns. Mit dem Ergebnis sind wir aber natürlich nicht zufrieden. Wir haben Leipzig in Momente gebracht, die ihnen nicht so gut gefallen haben. Ich glaube nicht, dass sie uns so mutig erwartet haben. Sicherlich war unsere Spielweise auch riskant, aber wir wollen genau diese Spiele und uns nicht hinten reinstellen. Auch unsere Reaktion auf den ganz frühen Rückstand war sehr gut. Das 0:2 ist leider ein Fehler von mir, da habe ich sicherlich den Anspruch, diesen Ball festzuhalten. Aber es macht keinen Sinn, sich danach in die Hose zu machen. Generell war das genau die Art und Weise, wie wir weiterhin Fußball spielen wollen. Wir können auch heute wieder in den Spiegel gucken und sagen: Das war Darmstadt 98.“

Zur Szene vor dem 1:3:
„Openda fällt der Ball auf jeden Fall auf den Arm. Der Schiedsrichter hat es gesehen, es aber als unabsichtliches Handspiel gewertet. Für mich ist es trotzdem Hand, aber es ist auch immer verdammt schwierig für die Schiedsrichter. Wir machen trotzdem weiter und bleiben bei uns.“

 

Fabian Holland:

„Eine Niederlage, die schwer zu akzeptieren ist. Wir haben heute gespürt, dass viel mehr drin war. Wir wussten von vornherein, dass wir in den Zweikämpfen direkt da und aggressiv sein müssen. Wir wollten Leipzig den Spaß nehmen, was uns ganz gut gelungen ist. Leider haben der frühe Gegentreffer und das Freistoßtor den Leipzigern in die Karten gespielt. Gegen solche Mannschaften mit solcher Qualität ist es dann schwer, einem Rückstand hinterherzulaufen. Trotzdem hatten wir gute Chancen, unser Pressing hat immer wieder funktioniert. Zudem hat auch spielerisch vieles geklappt. Wir haben uns gegen Leipzig nicht versteckt. Nächste Woche fahren wir dann nach München und werden auch dort alles raushauen und versuchen, den Bayern Paroli zu bieten.“

Christoph Klarer:

„Der Start war natürlich suboptimal für uns. Und dann steht es nach 25 Minuten 0:2, da kann es gegen so einen Gegner auch mal richtig unangenehm werden. Doch unsere Reaktion war dann sehr gut, wir haben mutig und auch ein wenig riskant gespielt. Das hat gut funktioniert, wir machen das 1:2 und hatten dann auch noch einige Aktionen, aus denen wir mehr machen können. Es war klar, dass wir heute eine außerordentliche Leistung brauchen, um gegen so eine Mannschaft zu punkten. Aber wir haben bis zum Abpfiff alles versucht, alles reingeworfen und müssen dann sagen, dass es gegen eine Spitzenmannschaft nicht gereicht hat.“

Zum Handspiel vor dem 1:3:
„Für mich war es ein hundertprozentiges Handspiel. Generell hatten wir das Gefühl, dass heute die 50:50-Entscheidungen gegen uns getroffen wurden. Damit haben wir schon die komplette Saison zu tun, aber es hilft nichts, wir müssen weiterhin auf uns gucken.“

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