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20.01.2024 / Profis

„Haben nie den Glauben verloren“

Was für eine Moral. In der fünften Minute der Nachspielzeit erzielten die Lilien im Hessenderby gegen Eintracht Frankfurt den Ausgleich zum 2:2-Endstand. Und feiern damit einen Derbypunkt im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Was sagen die Darmstädter Protagonisten zu diesem wilden Spiel? Wie ordnen die beiden Cheftrainer die Partie ein? Wir haben Euch alle Stimmen zum Duell zusammengestellt.

Torsten Lieberknecht:

„Wir sind mit Nervosität in die Partie gestartet. Im Spiel mit dem Ball haben wir nicht vertikal genug gespielt. Jeder hat gesehen, dass wir uns in der ersten Halbzeit im letzten Drittel mit zu viel Hektik die Angriffe kaputt gemacht haben. Da wirkte unser Spiel zu kompliziert. Gegen den Ball konnten wir bis auf das Gegentor viele Dinge verhindern. In der Halbzeit wollten wir dann aber nicht mehr nur verhindern, stattdessen brauchten wir eine andere Präsenz – gerade im Sechzehner. Nach dem 0:2 war es dann wichtig, den Anschluss zu finden. Das 2:1 hat uns geholfen und man hat gemerkt, dass die Dinge greifen und mehrere Spieler besser ins Spiel gekommen sind. Wir haben in fantastischen letzten 30 Minuten den Gegner reingedrückt und uns in der Nachspielzeit für viel Aufwand mit dem Ausgleich belohnt. Daher sind wir glücklich, dass wir das 0:2 drehen konnten und einen Punkt geholt haben. Das muss uns Kraft geben für all das, was kommt. Unsere Fans haben extrem mitgeholfen, das Spiel noch zu wenden. Diese Stimmung heute muss die Benchmark für jedes Heimspiel sein, um zu punkten zu kommen.“

Dino Toppmöller:

„Wir haben gut ins Spiel reingefunden, waren von Anfang an präsent mit guter Intensität. Wir waren bereit für die Zweikämpfe, hatten gute Aktionen und haben bis zur 60. Minute ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Eine Stunde lang hatten wir das Gefühl, alles im Griff zu haben. Doch mit dem Gegentor haben wir den Faden verloren und Darmstadt hat die zweite Luft bekommen. Wir hatten nach vorne dann zu wenig Entlastung aufgrund zu vieler einfacher Ballverluste. Vor dem Ausgleichstreffer spielen wir in der 95. Minute einen Wahnsinnsfehlpass. Wir wussten, dass Darmstadt gut im Pressing ist. Wir wollten hinter den Pressingblock spielen, stattdessen spielen aber wir den Ball in der Szene genau in ihren Pressingblock rein. Aufgrund der letzten halben Stunde ist der Punkt für Darmstadt verdient. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, weil wir es ab der 60. Minute nicht mehr gut gemacht haben.“

Marcel Schuhen:

„Wir haben uns diesen Moment verdient und erarbeitet. Wir haben heute alles auf dem Platz gelassen und nie den Glauben verloren. Wir haben taktisch ein wenig umgestellt in der 2. Halbzeit, damit hatten die Frankfurter ihre Probleme. Natürlich mussten wir auch mit der Frustration nach dem 0:2 umgehen, es ist klar, dass dann vielleicht auch die Köpfe kurz nach unten gehen. Das 1:2 war enorm wichtig, danach ist auch das komplette Stadion explodiert. Und das war genau das, was wir gebraucht haben. Heute war das wahre Böllenfalltor zu sehen. Insgesamt ist es ein verdienter Punkt, der extrem wichtig für das Gemüt und die Seele aller Lilien ist.“

Christoph Klarer:

„Die Momente nach dem Tor waren unglaublich. Es freut mich für den ganzen Verein. Es war heute ein Spiel mit großer Bedeutung für alle Lilien, das Stadion war so laut, wie ich es noch nie erlebt habe. Mit dem Ausgleichstreffer sind wir alle belohnt worden. Wir haben die komplette Zeit daran geglaubt, diese Mannschaft wird niemals aufgeben. Natürlich war es eklig, mit 0:2 in Rückstand zu liegen. Aber es zeigt unseren Charakter und auch unsere Qualität, wie wir die Frankfurter danach bespielt haben. Schlussendlich haben wir den Ausgleich erzwungen.“

Fabian Holland:

„Zwar gibt auch dieses Spiel nur einen Punkt, es fühlt sich aber nach ein wenig mehr an. So ein Spiel haben wir gebraucht. Wir hatten zunächst schon Schwierigkeiten, geraten in Rückstand, aber spätestens nach dem 1:2 hat man gesehen, welche Probleme wir den Frankfurtern bereiten konnten. Wir hatten schon häufig Spiele, in denen wir knapp verloren haben, heute hatten wir aber eine andere Wucht und wollten diese Tore unbedingt machen. Es war definitiv ein guter Anfang für unsere Rückrunde.“

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