Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Für viele ist das die Voraussetzung für das perfekte Match. Doch manchmal braucht es eben einen zweiten Blick – und ein bisschen Geduld. Das beste Beispiel: Fabian Reese und Hertha BSC. Denn zwischen dem Offensivspieler und der „Alten Dame“ hat es anfangs eher weniger gefunkt.
Wir schreiben das Jahr 2015. Am 21. November feiert Reese in der Veltins-Arena sein Profi-Debüt für den FC Schalke 04 – ausgerechnet gegen den FC Bayern München. Drei Minuten Einsatzzeit, die den Start einer besonderen Karriere markieren. Über Stationen beim Karlsruher SC und der SpVgg Greuther Fürth führt ihn sein Weg schließlich zurück in die Heimat: zu Holstein Kiel, dem Verein seiner Geburtsstadt.
Bei den „Störchen“ wird Reese zum Leistungsträger. 119 Spiele, 17 Tore, 30 Assists – Werte, die auch bei Bundesligisten für Aufmerksamkeit sorgen. Im Januar 2023 dann die große Ankündigung: Fabian Reese wechselt im Sommer zu Hertha BSC. Endlich, so dachte er, der Schritt in die Bundesliga. Doch nur wenige Monate später war alles anders: Sowohl Fredi Bobic als auch Trainer Sandro Schwarz – die ihn für das Projekt „Big City Club“ begeistert hatten – mussten gehen, und Hertha stieg ab.
„Ich hatte zunächst ein weinendes Auge, dass mir die Chance verwehrt blieb. Ich war überzeugt, dass Hertha die Klasse hält“, sagte Reese später im kicker-Interview. „Aber das Leben stellt einen eben manchmal vor Aufgaben, mit denen man nicht rechnet.“
Doch der Frust währte nicht lange. Heute wirkt es, als hätte es gar keinen besseren Ort für Reese geben können. Hertha und er – das passt. Nicht nur wegen seiner auffälligen Erscheinung mit lackierten Fingernägeln, Schweißbändern oder verschiedener Frisuren. Sondern vor allem, weil er sportlich vorangeht. In bislang 48 Spielen für die Berliner hat er starke 20 Tore und 18 Vorlagen geliefert – und sich so nicht nur in die Herzen der Fans, sondern auch regelmäßig in die Schlagzeilen der Transfer-Gerüchteküche gespielt.
„Kiel bleibt meine Heimat, aber mein Zuhause ist Berlin“, sagte Reese in einem rbb-Interview – ein Satz, der zeigt, wie sehr er in der Hauptstadt angekommen ist. Seinen Traum von der Bundesliga hat er dabei nie aus den Augen verloren. Und am liebsten würde er ihn wohl genau dort verwirklichen, wo er gerade glücklich ist: mit Hertha BSC.