Widget
22.04.2025 / Profis

SC Preußen Münster im Gegnercheck

Was im Frühjahr 1906 mit einer Schülermannschaft begann, gehört heute zum deutschen Fußballkulturgut: Der SC Preußen Münster, gegründet von Schülern des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums, hat sich seitdem zu einem echten Traditionsverein entwickelt. Ursprünglich als FC Preußen Münster ins Leben gerufen, erfolgte 1920 – nach einem Umzug auf eine damalige Kuhwiese an der Hammer Straße – die Umbenennung in den heute bekannten Namen. Der Verein erlebte seine Glanzzeit in den 1950er Jahren: 1951 wurde Preußen Münster deutscher Vizemeister – einer der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Über Jahrzehnte hinweg prägten Höhen und Tiefen das Bild des Klubs. Doch was in der Saison 2023/24 geschah, gleicht einem modernen Fußballmärchen: Nach einer durchwachsenen Drittliga-Hinrunde, die man nur auf Platz zwölf beendete, starteten die Preußen eine unglaubliche Aufholjagd. Am letzten Spieltag der 3. Liga sorgte ein 2:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching für den finalen emotionalen Höhepunkt – und den perfekten Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Nach dem Schlusspfiff brachen im Preußenstadion alle Dämme, weil jedem in diesem Moment klar wurde: Zum ersten Mal seit 33 Jahren war Preußen Münster damit wieder zweitklassig.

Top-Scorer

Top-Torschützen Top-Vorbereiter
Joshua Mees – 7 Tore  Marc Lorenz – 3 Assists
Lukas Frenkert – 3 Tore Charalambos Makridis – 3 Assists
Torge Paetow – 3 Tore András Németh – 3 Assists
Hólmbert Aron Fridjónsson – 3 Tore  Jano ter Horst – 2 Assists
Marc Lorenz – 2 Tore  Niko Koulis – 2 Assists

Der Trainer

Wenn man Sascha Hildmann zuhört, merkt man schnell: Fußball war bei ihm nie nur ein Beruf – es war von Anfang an Teil seines Lebens. Geboren und aufgewachsen in Kaiserslautern, hat er das Spiel auf der Straße gelernt – an der Seite seines älteren Bruders, der ihn mitnahm, wenn draußen gekickt wurde. Der Vater war ebenfalls fußballverrückt – die Richtung war also früh vorgegeben.

Schon als Spieler durchlief Hildmann einige traditionsreiche Stationen – unter anderem den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Saarbrücken und Alemannia Aachen. Doch nicht nur der Sport, auch das Leben abseits des Rasens hatte früh seine festen Strukturen: Mit seiner Frau und Tochter hat er einen starken familiären Rückhalt. Und seit einigen Jahren fühlt er sich an einem Ort besonders angekommen: „Münster ist mein erster Heimathafen“, sagt er – und meint das nicht nur sportlich.

Dass Hildmann mit 35 Jahren selbst den Trainerjob ergriff, war kein Zufall. „Ich wollte es besser machen als manche Trainer, die ich erlebt habe.“ Für ihn ist ein guter Coach jemand, der empathisch ist, alle Spieler mitnimmt und zugleich klare Führung bietet. Eine Balance, die ihm auch in seiner Ausbildung attestiert wurde: Beim Trainerlehrgang wurde er von den Psychologen als „freundschaftlich autoritär“ beschrieben – eine Beschreibung, die bis heute gut auf ihn zutrifft. Sascha Hildmann ist ein Trainer, der nicht nur an der Seitenlinie präsent ist, sondern auch menschlich nah.

Neben dem Fußball hat Hildmann noch eine zweite große Leidenschaft: das Angeln. „Ich brauche das, um den Kopf frei zu bekommen“, sagt er. Die Ruhe, die Natur, das Abschalten – es ist sein Ausgleich zur intensiven Fußballwelt. Generell ist er sportlich vielseitig interessiert: Tennis, Handball, Basketball – alles hat er ausprobiert. Am Ende aber blieb er dort, wo es am lautesten, emotionalsten und leidenschaftlichsten ist: beim Fußball.

Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Prunkstück

Die Adlerträger aus Münster sind in einer Kategorie auffällig stark: Sie sind, wie ihr Wappentier es schon vermuten lässt, die Könige der Lüfte in dieser Saison. Starke 709 Luftzweikämpfe konnten sie als Team bereits für sich entscheiden- einsame Spitze in der 2. Bundesliga. Platz zwei in dieser Kategorie wird vom SSV Jahn Regensburg belegt, der bisher 65 Luftzweikämpfe weniger gewann. 

All Eyes on ...

Er war der Mann der Stunde, als Preußen Münster im Sommer 2024 den Durchmarsch in die 2. Bundesliga perfekt machte: Malik Batmaz – mit 17 Saisontoren der Top-Torjäger der Preußen – hatte maßgeblichen Anteil an der Rückkehr in die Zweitklassigkeit nach 33 Jahren. Im entscheidenden Spiel gegen die SpVgg Unterhaching bereitete der gebürtige Brettener zudem den Treffer zum 2:0-Endstand vor – der Schlusspunkt einer Saison, die sich wahrscheinlich kein Münsteraner in den größten Träumen hätte vorstellen können.

Kein Wunder, dass Batmaz in der neuen Saison als fester Bestandteil der Zweitligamannschaft eingeplant war. Und der 25-Jährige zahlte das Vertrauen sofort zurück: Im ersten Zweitligaspiel der Preußen erzielte er direkt das Premierentor – ein emotionaler Moment für Verein und Spieler gleichermaßen. Doch dann der bittere Rückschlag: In einem Testspiel gegen Borussia Dortmund II riss sich Batmaz das Kreuzband – eine schwere Verletzung, die ihn über drei Monate ausbremste. Seitdem kämpft sich der Angreifer zurück, steht wieder auf dem Platz – aber wartet noch auf seinen ersten Treffer nach der langen Pause.

Seine fußballerischen Wurzeln liegen im Südwesten: Über die Jugendstationen des SV Sandhausen und Karlsruher SC gelang Batmaz der Weg in den Profibereich. Für den KSC absolvierte er zwischen 2018 und 2023 über 80 Pflichtspiele, dazwischen war er kurzzeitig an den VfB Stuttgart II ausgeliehen. Nun will Batmaz in Münster wieder angreifen – und dort weitermachen, wo er vor seiner Verletzung aufgehört hatte: als verlässlicher Torjäger, emotionaler Leader und Aufstiegsheld.

Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Blick in die Preußen-Vitrine

  • Deutscher Amateur-Meister: 1993/94
  • Meister Regionalliga West: 2010/11, 2022/23
  • Landespokalsieger: 1996/97, 2007/08, 2008/09, 2009/10, 2013/14, 2020/21
  • Westdeutscher Pokalsieger: 1968/69

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
Hannover 96 im Gegnercheck
27.08.2026

Hannover 96 im Gegnercheck

Ein Zweitligist auf dem Berliner Olymp: Hannover 96 gelang 1992, was bis heute einzigartig geblieben ist. Am 23. Mai besiegten die Niedersachsen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokalfinale und holten damit 38 Jahre nach der deutschen Meisterschaft von 1954 den nächsten großen Titel der Vereinsgeschichte. Als erster und bis heute einziger „echter“ Zweitligist gewann Hannover den DFB-Pokal und sorgte damit für eine der größten Überraschungen in der Geschichte des Wettbewerbs.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Hannover-Spiel
27.08.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Hannover-Spiel

Am Sonntag (30.8.) geht es für die Lilien in der Liga weiter. Der Gast? Hannover 96! Gegen kein Team verloren die 96er in der 2. Bundesliga häufiger als gegen den SV 98. Alle weiteren Zahlen und Fakten rund um die Partie gibt es hier.

Das Gefühl des Sieges
24.08.2026

Das Gefühl des Sieges

Es war ein hartes Stück Arbeit, das der SV 98 in Jena schlussendlich erfolgreich erledigen konnte. Das 2:1 in der ersten Runde des DFB-Pokals sorgte nicht nur für das Weiterkommen in diesem Wettbewerb, sondern auch für des ersehnte Gefühl des Sieges. Unsere Analyse zum Erfolg.

Maglica wechselt in die Türkei
24.08.2026

Maglica wechselt in die Türkei

Nach insgesamt 81 Pflichtspielen endet die Zeit von Matej Maglica bei den Lilien. Der 27-jährige Innenverteidiger wechselt zum türkischen Erstligisten Kocaelispor.

„Pokalfight, den wir angenommen und gewonnen haben“
23.08.2026

„Pokalfight, den wir angenommen und gewonnen haben“

Die Lilien erreichen nach einem Pokalfight in Jena die zweite Runde. Wir haben für Euch die Stimmen nach der Partie zusammengefasst.

Lilien erreichen 2. Pokalrunde
23.08.2026

Lilien erreichen 2. Pokalrunde

Der SV 98 hat das Ticket für die nächste Runde im DFB-Pokal gelöst. Die Lilien siegten beim FC Carl Zeiss Jena mit 2:1 (2:1). Milan Smit (11.) und Lance Duijvestijn (41.) sorgten für den Sieg gegen den Regionalligisten.

Startelfdebüt für Merx
23.08.2026

Startelfdebüt für Merx

Pokalmodus für die Lilien. In der ersten Runde des DFB-Pokals gastiert der SV 98 beim FC Carl Zeiss Jena (23.8./15.30 Uhr). Gegenüber der Partie in Dresden verändert Florian Kohfeldt seine Anfangsformation auf zwei Positionen. Manolo Merx beginnt für Yosuke Furukawa, Raoul Petretta startet anstelle von Florian Kleinhansl. Hiroki Akiyama fehlt nach einem krankheitsbedingten Rückfall im Kader.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Jena-Spiel
22.08.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Jena-Spiel

Der Pokal ruft! Am Sonntag (23.8./15.30 Uhr) treten die Lilien in der ersten Runde des DFB-Pokals an. Die Reise führt in die ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld in der thüringischen Lichtstadt Jena. Was sagen die beiden Cheftrainer vor dem Anpfiff? Wer leitet die Partie? Und wo könnt Ihr das Duell verfolgen? Alle wichtigen Infos zum Spiel gegen Carl Zeiss Jena haben wir Euch wie gewohnt in „Matchday kompakt“ zusammengetragen.

„Ich liebe diesen Wettbewerb“
21.08.2026

„Ich liebe diesen Wettbewerb“

Vor dem Pokalspiel beim FC Carl Zeiss Jena (23.8., 15:30 Uhr) stand Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz den anwesenden Journalisten Rede und Antwort. Wir haben die wichtigsten Aussagen des Lilien-Coaches vor der ersten Runde des DFB-Pokals für Euch zusammengefasst.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Jena-Spiel
20.08.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Jena-Spiel

Am Sonntag steht für den SVD beim FC Carl Zeiss Jena die erste Runde der DFB-Pokal-Saison 2026/27 an. Es wartet das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in diesem Wettbewerb. Alle weiteren Zahlen und Fakten rund um die Partie gibt es hier.

Jena im Gegnercheck
19.08.2026

Jena im Gegnercheck

Das Flutlicht strahlt über den Rasen des Düsseldorfer Rheinstadions, als die Spieler des FC Carl Zeiss Jena am 13. Mai 1981 den Platz betreten. Hinter ihnen liegt eine Europapokalreise, die längst Fußballgeschichte geschrieben hat: AS Rom, der FC Valencia, Newport County und Benfica Lissabon hat die Mannschaft von Trainer Hans Meyer auf ihrem Weg durch den Europapokal der Pokalsieger hinter sich gelassen. Nun fehlen nur noch 90 Minuten zum ganz großen Triumph. Auf der anderen Seite wartet Dinamo Tiflis. Es ist der größte europäische Abend der Jenaer Vereinsgeschichte – und auch wenn er mit einer 1:2-Niederlage endet, bleibt diese außergewöhnliche Reise bis heute untrennbar mit dem FC Carl Zeiss Jena verbunden.

Nicht zwingend genug
17.08.2026

Nicht zwingend genug

Keine Punkte in Dresden. In einer chancenarmen Partie unterlagen die Lilien der SG Dynamo Dresden mit 0:1. In unserer Analyse blicken wir noch einmal auf die 90 Minuten zurück.