„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
Was im Frühjahr 1906 mit einer Schülermannschaft begann, gehört heute zum deutschen Fußballkulturgut: Der SC Preußen Münster, gegründet von Schülern des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums, hat sich seitdem zu einem echten Traditionsverein entwickelt. Ursprünglich als FC Preußen Münster ins Leben gerufen, erfolgte 1920 – nach einem Umzug auf eine damalige Kuhwiese an der Hammer Straße – die Umbenennung in den heute bekannten Namen. Der Verein erlebte seine Glanzzeit in den 1950er Jahren: 1951 wurde Preußen Münster deutscher Vizemeister – einer der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Über Jahrzehnte hinweg prägten Höhen und Tiefen das Bild des Klubs. Doch was in der Saison 2023/24 geschah, gleicht einem modernen Fußballmärchen: Nach einer durchwachsenen Drittliga-Hinrunde, die man nur auf Platz zwölf beendete, starteten die Preußen eine unglaubliche Aufholjagd. Am letzten Spieltag der 3. Liga sorgte ein 2:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching für den finalen emotionalen Höhepunkt – und den perfekten Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Nach dem Schlusspfiff brachen im Preußenstadion alle Dämme, weil jedem in diesem Moment klar wurde: Zum ersten Mal seit 33 Jahren war Preußen Münster damit wieder zweitklassig.
| Top-Torschützen | Top-Vorbereiter |
| Joshua Mees – 7 Tore | Marc Lorenz – 3 Assists |
| Lukas Frenkert – 3 Tore | Charalambos Makridis – 3 Assists |
| Torge Paetow – 3 Tore | András Németh – 3 Assists |
| Hólmbert Aron Fridjónsson – 3 Tore | Jano ter Horst – 2 Assists |
| Marc Lorenz – 2 Tore | Niko Koulis – 2 Assists |
Wenn man Sascha Hildmann zuhört, merkt man schnell: Fußball war bei ihm nie nur ein Beruf – es war von Anfang an Teil seines Lebens. Geboren und aufgewachsen in Kaiserslautern, hat er das Spiel auf der Straße gelernt – an der Seite seines älteren Bruders, der ihn mitnahm, wenn draußen gekickt wurde. Der Vater war ebenfalls fußballverrückt – die Richtung war also früh vorgegeben.
Schon als Spieler durchlief Hildmann einige traditionsreiche Stationen – unter anderem den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Saarbrücken und Alemannia Aachen. Doch nicht nur der Sport, auch das Leben abseits des Rasens hatte früh seine festen Strukturen: Mit seiner Frau und Tochter hat er einen starken familiären Rückhalt. Und seit einigen Jahren fühlt er sich an einem Ort besonders angekommen: „Münster ist mein erster Heimathafen“, sagt er – und meint das nicht nur sportlich.
Dass Hildmann mit 35 Jahren selbst den Trainerjob ergriff, war kein Zufall. „Ich wollte es besser machen als manche Trainer, die ich erlebt habe.“ Für ihn ist ein guter Coach jemand, der empathisch ist, alle Spieler mitnimmt und zugleich klare Führung bietet. Eine Balance, die ihm auch in seiner Ausbildung attestiert wurde: Beim Trainerlehrgang wurde er von den Psychologen als „freundschaftlich autoritär“ beschrieben – eine Beschreibung, die bis heute gut auf ihn zutrifft. Sascha Hildmann ist ein Trainer, der nicht nur an der Seitenlinie präsent ist, sondern auch menschlich nah.
Neben dem Fußball hat Hildmann noch eine zweite große Leidenschaft: das Angeln. „Ich brauche das, um den Kopf frei zu bekommen“, sagt er. Die Ruhe, die Natur, das Abschalten – es ist sein Ausgleich zur intensiven Fußballwelt. Generell ist er sportlich vielseitig interessiert: Tennis, Handball, Basketball – alles hat er ausprobiert. Am Ende aber blieb er dort, wo es am lautesten, emotionalsten und leidenschaftlichsten ist: beim Fußball.
Die Adlerträger aus Münster sind in einer Kategorie auffällig stark: Sie sind, wie ihr Wappentier es schon vermuten lässt, die Könige der Lüfte in dieser Saison. Starke 709 Luftzweikämpfe konnten sie als Team bereits für sich entscheiden- einsame Spitze in der 2. Bundesliga. Platz zwei in dieser Kategorie wird vom SSV Jahn Regensburg belegt, der bisher 65 Luftzweikämpfe weniger gewann.
Er war der Mann der Stunde, als Preußen Münster im Sommer 2024 den Durchmarsch in die 2. Bundesliga perfekt machte: Malik Batmaz – mit 17 Saisontoren der Top-Torjäger der Preußen – hatte maßgeblichen Anteil an der Rückkehr in die Zweitklassigkeit nach 33 Jahren. Im entscheidenden Spiel gegen die SpVgg Unterhaching bereitete der gebürtige Brettener zudem den Treffer zum 2:0-Endstand vor – der Schlusspunkt einer Saison, die sich wahrscheinlich kein Münsteraner in den größten Träumen hätte vorstellen können.
Kein Wunder, dass Batmaz in der neuen Saison als fester Bestandteil der Zweitligamannschaft eingeplant war. Und der 25-Jährige zahlte das Vertrauen sofort zurück: Im ersten Zweitligaspiel der Preußen erzielte er direkt das Premierentor – ein emotionaler Moment für Verein und Spieler gleichermaßen. Doch dann der bittere Rückschlag: In einem Testspiel gegen Borussia Dortmund II riss sich Batmaz das Kreuzband – eine schwere Verletzung, die ihn über drei Monate ausbremste. Seitdem kämpft sich der Angreifer zurück, steht wieder auf dem Platz – aber wartet noch auf seinen ersten Treffer nach der langen Pause.
Seine fußballerischen Wurzeln liegen im Südwesten: Über die Jugendstationen des SV Sandhausen und Karlsruher SC gelang Batmaz der Weg in den Profibereich. Für den KSC absolvierte er zwischen 2018 und 2023 über 80 Pflichtspiele, dazwischen war er kurzzeitig an den VfB Stuttgart II ausgeliehen. Nun will Batmaz in Münster wieder angreifen – und dort weitermachen, wo er vor seiner Verletzung aufgehört hatte: als verlässlicher Torjäger, emotionaler Leader und Aufstiegsheld.