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06.11.2025 / Profis

„Schwer, die Schwächen von Hannover aufzudecken“

Unser Cheftrainer Florian Kohfeldt blickt auf die Spielweise von Hannover 96, erklärt, worauf es für die Lilien ankommt, und spricht über die Entwicklung von Luca Marseiler. Wir haben die wichtigsten Informationen aus der Pressekonferenz vor dem Duell zwischen Hannover 96 und dem SV Darmstadt 98 am Samstag (8.11./13 Uhr) für Euch zusammengefasst.

Florian Kohfeldt auf der PK vor hannover
Foto: SV 98

Personalupdate: Fabian Nürnberger fehlt weiterhin. Bei Alexander Brunst bleibt abzuwarten, ob es für Samstag schon reicht.

... zu Hannover:

Hannover ist ein sehr schwieriger Gegner mit einer speziellen Spielweise und einer klaren Spielidee. Unser Grundziel ist es, ihre Schwächen aufzudecken. Sie sind eine sehr ballbesitzlastige Mannschaft, die dafür aber auch viel Risiko eingeht. Sie spielen viel unter Druck und pressen mannorientiert und hoch gegen den Gegner, um den Ballbesitz zu erzwingen. Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen. Es ist das Duell zweier Mannschaften, die im Verlauf der Saison leistungstechnisch bislang sehr überzeugt haben. Nicht immer haben wir den Ertrag für unsere Leistungen bekommen, wie am Samstag gegen Bielefeld. Das ist bei Hannover auch vorgekommen. Leistungstechnisch erwartet uns am Samstag ein sehr spannendes Duell.

… zur Herangehensweise:

Es ist schwer, die Schwächen von Hannover aufzudecken. Sie liegen in der Risikoabwägung. Wenn sie unter Druck jeden Ball durchspielen, ist es schwer, sie zu greifen. Aber genau das muss man versuchen zu unterbinden. Wenn man das Spielfeld breit und groß macht, entsteht viel Raum, auch wenn man den Ball nicht hat. Jeder weiß, dass ich die Art und Weise, wie Christian Titz Fußball spielen lässt sehr schätze.

Ballbesitzfußball ist etwas, das wir auch gerne spielen. Aber wir sind facettenreich in unserem Spiel mit dem Ball und haben auch Lösungen, die über den reinen Ballbesitz hinausgehen, zum Beispiel die Suche nach Tempoaktionen, die einen Tick früher in den Vordergrund treten. Das wird auch taktisch ein sehr spannendes Spiel, bei dem es darauf ankommt, wer mehr Intensität auf den Platz bringt.

… zur Fitness:

Wir hatten eine anstrengende Woche. Wir haben noch im Pokal gespielt, dadurch hatten wir eine englische Woche mit dem kleinstmöglichen Abstand zwischen Schalke und Bielefeld. Deshalb konnten nicht alle Spieler durchspielen. Aber wir haben ganz normal regeneriert und trainiert. Auch bei Fraser war es gegen Bielefeld nur eine Ermüdungserscheinung. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass alle Spieler vollumfänglich zur Verfügung stehen.

… zum Bielefeld-Spiel:

Ich möchte ein bißchen mit dem Märchen aufräumen, dass die zweite Hälfte die Bielefelder Halbzeit gewesen ist. Die Bielefelder Umstellung hat in der 20. Minute stattgefunden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass uns das taktisch vor größere Herausforderungen gestellt hat. In der zweiten Hälfte schießt Bielefeld zweimal aufs Tor und einmal daneben, wir hatten aber noch vier Großchancen.

Nach Magdeburg habe ich auch gesagt, dass das ein schlechtes Spiel von uns war. Aber in diesem Fall möchte ich für meine Mannschaft in die Bresche springen und sagen: Trotz der Auswechslung von vier Leistungsträgern waren wir auch in der zweiten Hälfte das bessere Team.

… zur kürzlichen Bilanz:

Wir haben jetzt vier Spiele in der 2. Liga nicht gewonnen, das ist ärgerlich. Leistungstechnisch sehe ich die letzten beiden Spiele von uns aber sehr gut – das ist das Entscheidende. Insgesamt war das die Phase der Saison von Oktober bis jetzt, die auch personell nicht ganz einfach war. In Summe gehen wir aus dieser Phase mit einer stabilen Leistung. Wir würden natürlich gerne wieder gewinnen, sehen uns aber stabil und auf einem guten Weg.

… zu Luca Marseiler:

Ich sehe seine Entwicklung extrem positiv. Eine Entwicklung, die für die Öffentlichkeit nicht so sichtbar ist, ist, dass er erwachsen geworden ist – in der Art, wie er Profi-Sport betreibt. Als ich hier angekommen bin, war Luca ein Lebenskünstler. Letztes Jahr habe ich ihm einen Monolog gehalten. Ich habe ihm gesagt, dass eines der größten Talente, die ich in meiner Karriere gesehen habe, verschwendet wird, wenn er sich in dieser Hinsicht nicht entwickelt.

Mit ein bisschen Zeit, und da muss ich mein Trainerteam loben, aber auch Luca selbst, der bereit war, seine Komfortzone zu verlassen, hat er zu einer Ernsthaftigkeit in seinem Spiel und in seiner Arbeit gefunden, die es erlaubt, dass seine Stärken jetzt zur Geltung kommen. Luca ist immer fit und ein sehr gutes Beispiel dafür, wo Persönlichkeitsentwicklung und Athletenentwicklung auf dem Platz sichtbar werden. Für mich war Luca in den vergangenen Monaten einer der besten Spieler der Lilien.

... zu Fabian Holland:

Er hat die englische Woche sehr gut überstanden. Er ist topfit, und das freut mich. Das ist nach so einer langen Pause nicht selbstverständlich. Das spricht für ihn als professionellen Arbeiter. Er bringt der Mannschaft Erfahrung und ist eine Persönlichkeit auf dem Feld. Er hat eine gute Risikoabwägung und kann von hinten links das Spiel gut gestalten. Deshalb hat er sich seine Einsätze in den letzten Wochen verdient und ist genauso wie Leon Klassen eine Option für das Spiel in Hannover.

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