Erst die Einwechslung im DFB-Pokal für den VfB Stuttgart, anschließend das Europapokaldebüt und zu guter Letzt das Bundesligadebüt gegen den FC Bayern München. Genau so begann die Profikarriere des Ermin Bičakčić, der im Alter von zwei Jahren vor dem Bosnien-Krieg flüchtete und so nach Deutschland kam. Der Fußball erleichterte dem Bosnier das anfängliche Leben im neuen Land. „Es war nicht einfach, sich unter diesen Umständen ein neues Leben aufzubauen. Ich musste mich also integrieren. Und am besten konnte ich das durch den Fußball, zumal ich schon in jungen Jahren richtig gut war. So habe ich auch die Aufmerksamkeit der anderen Kinder bekommen“, erzählte er einst in einem Spox-Interview.
Sein fußballerisches Talent verhalf ihm dabei, den Weg einzuschlagen, den der Innenverteidiger bis heute geht. Von einem kleinen Verein auf dem Lande wechselte Bičakčić 2005 in die Jugend des VfB Stuttgart, wo er sich schließlich bis zu den Herren hochspielte. Seinen Karriereaufschwung erlebte der heute 35-Jährige aber später in der Saison 2011/12 bei Eintracht Braunschweig. Mit der Eintracht schaffte er als absolut gesetzter Spieler den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga, bevor es ihn für neun Jahre zurück nach Baden-Württemberg zur TSG Hoffenheim zog.
In der vergangenen Saison folgte die Rückkehr nach Niedersachsen zur Eintracht, wo er mittlerweile als absoluter Führungsspieler vorangeht. „Eintracht Braunschweig ist für mich eine Herzensangelegenheit – die Stadt, der Verein und die Fans hatten für mich immer einen besonderen Stellenwert. Ich fühle mich fit und spüre das Feuer in mir“, sagte Bičakčić nach seiner Unterschrift 2023.
Vom Kriegsflüchtling über den Fußball zum Anführer einer Mannschaft: Eine beeindruckende Geschichte, die der Fußball im Fall Bičakčić geschrieben hat.