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12.01.2025 / Profis

Tagebuch: Adiós!

Bereits zum vierten Mal bestreiten die Lilien ihr Wintertrainingslager in El Saler unweit von Valencia. Das „Parador de El Saler“ mit angrenzendem Trainingsplatz bietet optimale Bedingungen, um sich bestmöglich auf die anstehende Rückrunde vorzubereiten. Bis zum 12. Januar wird der SV 98 an der spanischen Ostküste schuften. In unserem Tagebuch nehmen wir Euch mit durch die Tage im Trainingslager.

Adiós!

Am Sonntagnachmittag ist der SV 98 wieder in Darmstadt angekommen. Mit dem erfolgreichen Test gegen den FC St. Gallen hatten die Lilien einen Schlussstrich unter die Zeit an der spanischen Ostküste gezogen. Acht Trainingssessions steckten den Südhessen auf ihre Rückreise in den Beinen, dazu die 120 Minuten gegen den Schweizer Erstligisten. Die Tage von El Saler? Sie haben Ihren Zweck vollends erfüllt. „Wir hatten herausragende Bedingungen und haben diese auch genutzt“, bilanzierte Florian Kohfeldt in seinem Trainingslager-Fazit. 

Gastfreundschaft aund Gegebenheiten im Parador de El Saler aren einmal mehr optimal. Vor der Abfahrt hatten Lilien und Hotelstaff noch ein gemeinsames Foto  geschossen. Auch an dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich beim kompletten Team des Parador de El Saler bedanken.

Zurück in Deutschland beginnt für den SV 98 nun die direkte Vorbereitung auf Fortuna Düsseldorf. Der morgige Montag ist dabei noch trainingsfrei, bevor die Mannschaft am Dienstag das Training wieder aufnimmt. Mit Rückenwind aus El Saler und dem vollen Fokus auf das erste Pflichtspiel in 2025.

"Hatten herausragende Bedingungen und haben diese auch genutzt"

Florian Kohfeldt

Spanisch-Hausaufgaben erledigt

Mit zumindest einem kleinen sportlichen Olé verabschieden sich die Lilien aus dem Trainingslager! In La Nucia siegt der SV 98 gegen den Conference-League-Teilnehmer FC St. Gallen mit 1:0. Insgesamt 120 Minuten ging der Test gegen die Schweizer, bei denen Fraser Hornby seine Treffsicherheit unter Beweis stelle. Gleich dreimal traf der Stürmer, doch jedes Mal wurde das Tor zurückgepfiffen. Hornby & Co. zeigten in der Begegnung ihre Spielfreude und waren über die meisten Strecken der Partie tonangebend. Hinterher zeigte sich auch unser Chefcoach mit dem Gesehenen zufrieden. Florian Kohfeldt: „Ich bin zufrieden, weil wir jedem Spielzeit geben konnten und keinen Verletzten zu verzeichnen haben. Wir haben viel von dem gesehen, wie wir Fußball spielen wollten. Wir waren gegen einen Conference-League-Teilnehmer das dominante Team mit deutlich mehr Torchancen und haben zu Null gespielt. Dadurch konnten wir das Trainingslager gut abschließen und freuen uns schon jetzt auf die Trainingswoche, um uns gut auf Düsseldorf vorzubereiten.“

Ein runder Abschluss eines insgesamt gelungenen Trainingslagers. Sieht auch Kohfeldt so: „Wir haben die Bedingungen sehr gut genutzt. Auf dem Platz konnten wir genau die Themen bearbeiten, die wir uns vorgenommen hatten: Wir haben an den Standards gearbeitet, auch das Thema Spieleröffnung haben wir versucht zu verfeinern. Vor allen Dingen daran, dann auch wirklich in torgefährliche Räume zu kommen und dort noch zielstrebiger und klarer zu werden. Und wir haben uns mit dem Defensiv- insbesondere mit dem Pressingverhalten beschäftigt.“

Hausaufgaben erledigt also, dann darf am Sonntag in den Flieger gestiegen werden.

Freier Nachmittag

Okay, ich gebe es zu. Als ich am Sonntagabend den Trainingsplan für die anstehende Trainingslager-Woche erhalten habe, wurde ein Termin sofort fett umkringelt: Der freie Nachmittag am Freitag. Denn ein Trainingslager ist in allen Bereichen intensiv. Entsprechend froh war ich, heute einige Stunden fernab von Trainingsplatz, Content und Interviews zu verbringen. Nach dem Mittagessen ging es daher für mich und einige Kollegen und Kolleginnen nach El Perello, einem kleinen Örtchen rund zehn Autominuten entfernt von unserem Teamhotel. Viele andere zog es in die entgegengesetzte Richtung. Direkt rein nach Valencia. Zweifellos eine wunderschöne Stadt, doch ich strebte eher nach Ruhe und einer entspannten Tapas-Bar am Meer. Obwohl der Januar in diesem Teil Spaniens natürlich die absolute Nebensaison abbildet, wurden wir nach kurzer Suche fündig. Eine Tafel für 12 Personen, direkt am Strand von El Perello. Sonnenschein, 20 Grad und ein große Auswahl an Tapas. Genau das, wonach der Autor dieser Zeilen gesucht hatte. Bei Patatas bravas, Croquetas de jamon und Pimientos konnten wir die Seele ein wenig baumeln lassen und Kraft tanken für den sportlichen Abschluss des Trainingslagers: Das Testspiel am morgigen Samstag gegen den FC St. Gallen. 

Ausgetragen wird die Partie in La Nucia, rund 130 Kilometer entfernt von El Saler. Die Generalprobe vor dem Rückrundenstart in Düsseldort (17.1./18.30 Uhr) übertragen wir live aus unserem Youtube-Kanal. Dort findet Ihr heute übrigens einen VLOG von Luca Marseiler, der Euch exklusive Einblicke in eine Trainingstag liefert. Viel Spaß! 

Lilien-Olympiade

Für viele ist der Zehnkampf die Königsdisziplin der Olympischen Sommerspiele. Zehn Disziplinen, bei denen unterschiedlichste Techniken und Fähigkeiten gefordert werden. Und am Ende siegt derjenige, der bei all den verschiedenen Aufgaben die meisten Punkte sammeln konnte. Warum wir im heutigen Tagebuch-Eintrag diesen Einstieg wählen? Weil beim SV 98 am heutigen Donnerstag eine ganz eigene Version des Zehnkampfes anstand. Denn der Trainingsplan wies für den Vormittag den Tagesordnungspunkt „Lilien-Olympiade aus“.

Vier Teams, zehn Disziplinen. Spieler, Trainerteam, Staff, Sportdirektor und Präsidium. Alle waren mit dabei und wollten mit ihrer Gruppe den Gesamtsieg erringen. Im Vorfeld legten die Gruppen fest, welches Gruppenmitglied für welche Disziplin eingeteilt wurde. Die Krux dabei? Die Inhalte der Spiele waren nicht bekannt. Einzig die Namen der einzelnen Disziplinen wurden mitgeteilt, dahinter konnte sich aber vieles verbergen. Zum Miträtselen folgen hier die 10 Spiele:

  • Teamwork (gesamtes Team spielt)
  • Hör gut zu! Der Weg ist das Ziel… (2 Spieler)
  • Mit Köpfchen (4 Spieler)
  • Im Zirkus (1 Spieler)
  • Tour de Valencia (1 Spieler)
  • Weniger ist mehr (4 Spieler)
  • Auf Kante (4 Spieler)
  • Eine von Vielen (gesamtes Team)
  • Die Sonne scheint (gesamtes Team)
  • Rasim on Tour (gesamtes Team) 

Gefragt waren blindes Verständnis, Geschicklichkeit, Technik und Konzentration, später aber auch Allgemeinwissen und Musik-Kenntnisse. Bücher auf dem Kopf balancieren, möglichst langsam Fahrrad fahren, Golfen oder Becher zielgenau über eine Tischplatte schieben. Eine breite Palette und extrem viel Spaß bei dieser besonderen Form des Teambuildings. An dieser Stelle geht ein großer Dank an Michael Stegmayer, unseren Teammanager Matthias Neumann und Betreuer Oli Zach für die Planung und Vorbereitung der Lilien-Olympiade. 

Bis zum Schluss blieb der Wettkampf spannend, schlussendlich krönten sich zwei Teams punktgleich zum Sieger. Aber trotz allen Ehrgeizes und Zwischenzeitlicher Sticheleien galt auch bei diesem Event ein wenig das Olympische Motto: „Dabei sein ist alles“. Ein rundum geleungener Vormittag und eine unterhaltsame Abwechslung zum Trainingsalltag einer Vobereitung. 

Fanabend

Die Nachmittagseinheit in El Saler verfolgten rund 40 Lilienfans, die zum größten Teil am heutigen Donnerstag im Rahmen der Fanreise des SV 98 nach Valencia gereist sind und nun einige Tage an der Ostküste und selbstverständlich auch mit ihrer Lieblingsmannschaft verbringen werden. Ein erstes Highlight des Trips war der gemeinsame Abend mit Spielern und Trainerteam. Auf der Terrasse des Teamhotels trafen Lilien und Anhänger aufeinandner, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und eine schöne Zeit zu verbringen. 

Marco Thiede: „Hut ab vor den Fans, die diesen Weg nach Spanien angetreten haben, um uns vor Ort zu sehen und zu unterstützen. Dafür wollen wir natürlich auch etwas zurückgeben. Es ist schön, sich immer wieder mit ihnen auszutauschen und auch diese Nähe zu habe. Für mich ist die Verbindung mit den Fans eine der schönsten Sachen, die wir als Fußballer haben dürfen.“ 

 

Hornby's Honey Coffee

„Man lernt nie aus“, hat mir unser Co-Trainer Darius Scholtysik heute im Interview erzählt. Eigentlich nur vier kurze Wörter, die ich mir allerdings zu Herzen genommen und mir Gedanken darüber gemacht habe. Welche drei Dinge habe ich am heutigen Mittwoch im Trainingslager gelernt? Ich habe sie für Euch in unserem Tagebuch notiert:

1) Ganz ehrlich. Mein erster Gedanke, als ich sehe, wie Fraser Hornby seinen Kaffee trinkt? „Baaah“, schießt es mir sofort in den Kopf. Ich trinke gern Kaffee, allerdings pur – ohne alles, einfach schwarz. Nur sehr, sehr selten mal mit Zucker. Nach dem Mittagessen treffe ich unseren Stürmer an der Kaffeemaschine. Er stellt die Tasse ab, zieht sich einen Kaffee. In der anderen Hand hat er ein kleines Gläschen Honig, von welchem er gleich eine geringe Menge in seinen Kaffee geben wird. „So mache ich das schon seit ein paar Jahren“, erzählt er mir. Warum? Besser, als Zucker zu nehmen, sagt Fraser.

2) Florian Kohfeldt ist großer Tennis-Fan, spielt selbst öfter Tennis. Das wusste ich schon vorher. Und dass er gleich auf meine Frage höchstwahrscheinlich mit einem Tennisspieler antworten wird, habe ich auch schon geahnt. Nur welchen? „Wenn du einen Tag lang ein Team oder einen Sportler aus einer anderen Sportart trainieren könntest, wen würdest du wählen?“, frage ich ihn und seine Kollegen aus dem Trainerteam in der „Frage des Tages“ für unseren Instagram-Kanal. „Jannik Sinner“, sagt unser Cheftrainer nach kurzem Überlegen. 23 Jahre, zwei Grand-Slam-Titel. „Weil er aktuell der beste Tennisspieler der Welt ist“, antwortet Flo auf meine Warum-Frage. „Ich würde aber die ganze Zeit nur mit ihm spielen und ihm das als Training verkaufen…“, schiebt er lachend hinterher. 

3) Kopfüber ins Mittelmeer? Bin ich eigentlich sofort dabei. Aber doch nicht im Januar. Ich glaube ähnliches dachte sich auch Andi Müller, als er mich mit einem Blick anschaute, der in ungefähr das aussagte: „Sind die verrückt!?“ Gemeinsam mit Clemens Riedel und Luca Marseiler ging es nach der Einheit am Nachmittag runter an den Strand von El Saler. Während Andi seine Füße und Waden abkühlte, entschied ich mich in langer Hose und Pulli, also angenehm warm angezogen, lieber dafür, aus sicherer Entfernung Fotos zu knipsen. Clemens und Luca dagegen stürzten sich kopfüber in die Fluten. Gerade mal um die 15 Grad Celcius soll die Wassertemperatur hier nahe Valencia betragen – wenn überhaupt… Doch was nach Spaß bei den Jungs aussah (und sicherlich auch war), hatte zudem einen ernsten Hintergrund: Nach einer anstrengenden Einheit den Körper im etwas zu groß geratenen Eisbad regenerieren. Das Mittelmeer dient also nicht nur zum Urlaub machen, sondern im Januar auch zur Regeneration.

Liebes Trainingslager-Tagebuch,

ich wurde gebeten, heute als Gastautor von unserem Dienstag in El Saler zu berichten. Als wären zwei Einheiten am Tag nicht schon genug Aktivität… Aber im Ernst: Ich bin grundsätzlich jemand, der seine Gedanken und Erlebnisse häufig schriftlich festhält. Auch deshalb schreibe ich Euch gerne ein paar Zeilen aus Zimmer 208 im „Parador de El Saler“.

Mein heutiger Tag ist um 8 Uhr gestartet. Dank der kleinen Kaffeemaschine in meinem Raum habe ich den Sonnenaufgang über dem Meer von meinem Balkon aus mit einem Espresso in der Hand verfolgen können. Solche Momente sind eine Art von Lebensqualität, die ich mir auf lange Sicht definitiv auch für meine Familie und mich vorstellen könnte. Allein durch diesen Ausblick starte ich mit einem anderen Gefühl in den Tag. Bevor es zum Frühstück ging, konnte ich via Facetime noch kurz mit meiner Frau und den beiden Kids telefonieren. Sie alle direkt am Morgen zumindest auf dem Handy zu sehen, gibt mir schon einen Schub für den anstehenden Trainingstag. Gleichzeitig löst es natürlich auch ein Gefühl des Vermissens aus. Speziell nach Weihnachten und den Tagen zwischen den Jahren ist es ungewohnt, eine komplette Woche nicht bei ihnen zu sein und beispielsweise nicht mit ihnen gemeinsam zu frühstücken. Denn die erste Mahlzeit des Tages bildete den nächsten Tagespunkt ab. Rührei, ein Brötchen und ein wenig Hähnchenbrust. Unspektakulär, aber ausreichend.

Vor dem Training blieb mir dann noch ein wenig Zeit für einen kurzen Spaziergang zum Meer. Füße ins Wasser. Unglaublich angenehm. Oft sind es solche kleinen Dinge, die während anstrengender Tage den Akku wieder auffüllen. Entsprechend versuche ich, sie wertzuschätzen. Zurück im Zimmer habe ich noch ein paar Seiten gelesen. „Dynasty. Die Insidergeschichte der New England Patriots“. Für mich als NFL-Fan ist es super spannend, ein wenig mehr über die Geschichte und Abläufe zu erfahren und in diese verrückte Welt einzutauchen. Nun aber zum Training.

Wir sind im Kraftraum mit der täglichen Aktivierung gestartet. Aktivierung bedeutet, dass wir Spieler uns und insbesondere unsere Muskeln und Gelenke ganz gezielt auf die folgenden Trainingsinhalte vorbereiten. Wir Torhüter machen dabei natürlich andere Übungen als die Feldspieler, um im Anschluss dann gewappnet zu sein für die Anforderungen der Einheit. Unser Torwarttraining startete heute mit Spikeball. Alex Kynaß, unser Torwarttrainer, lässt sich immer wieder etwas einfallen, um die Intensität mit ein wenig Spaß zu kombinieren. Eins-gegen-eins-Situation und Querpassverteidigung waren die weiteren Bestandteile des Trainings. Nach Spielform und Standards war dann auch Schluss. Dabei wurden wir heute komplett mit der Kamera vom Medienteam begleitet, im Video bekommt ihr einen ganz guten Eindruck davon, was wir so treiben.

Obwohl ich schon unzählige Einheiten in meinem Leben absolviert habe, habe ich jeden Tag wieder großen Spaß daran, mich auf dem Feld zu verausgaben. Sollte diese Lust irgendwann nicht mehr da sein, dann höre ich sofort auf.

Vor dem Mittagessen habe ich noch einen Saunagang absolviert und war im Eisbecken. Ein wenig hektisch, aber ich saß pünktlich wieder am Essenstisch, um die Speicher mit ein paar Kohlenhydraten wieder aufzuladen. Die Mittagspause begann mit einer Runde Würfelpoker gegen Alex Brunst. Schöne Grüße an Mathias Honsak, wir halten die Würfeltradition hier am Leben 🙂

Bis zum zweiten Training bin ich in meinem Zimmer ein wenig zur Ruhe gekommen. In diesem Jahr bin ich leider alleine, da mein jahrelanger Zimmerpartner Fabi Holland krankheitsbedingt nicht mit nach Spanien konnte. Auf diesem Wege: Gute Besserung mein Freund.

Am Nachmittag stand für mich Krafttraining im Gym auf dem Programm. Mag ich gerne. Torhüter sind ja meist eher Freunde vom Krafttraining und weniger von längeren Läufen. Danach zog ich es mich nochmal an den Strand. Mit dem Wissen, die sportliche Betätigung für den Tag abgehakt zu haben, lässt es sich entspannt auf die Fluten schauen. Frisch geduscht geht es für mich nun zum Abendessen. Ich hoffe, meine Zeilen haben euch einen kleinen Einblick in meinen Tag ermöglicht. Ich schicke euch ein paar Sonnenstrahlen ins kalte Deutschland und freue mich drauf, wenn wir uns bald alle wieder am Bölle sehen.

Euer Schuh

Detailarbeit

„Akribisch“, ist ein Wort, das Paul Fernie gerne nutzt, wenn er Florian Kohfeldt beschrieben soll. Denn wenn der Lilien-Cheftrainer etwas anpackt oder implementieren möchte, dann gibt es nur das komplette Paket. Keine halben Sachen. Ideen, Spielprinzipien – diese Dinge bringt Kohfeldt seiner Mannschaft äußerst gründlich näher, bestimmte Abläufe werden in hoher Wiederholungszahl immer wieder einstudiert, bis das Team in dieser Strukur eine hohe Sicherheit erlangt. Ein gutes Beispiel für die genaue Arbeit des 42-Jährigen und seines Trainerteams bot die Trainingslager-Einheit am Montag.

Um 10.30 Uhr startete das Training mit einer ausführlichen Aktivierung, mehr als zwei Stunden später endete die Session auf dem Rasen. „Die Einheit war lang, aber gleichzeitig knackig. Nach einem längeren Auswärmen sind wir in die spielerischen und taktischen Sachen gegangen, haben an Details gearbeitet. Am Ende gab es dann noch ein Abschlusspiel“, fasste Kai Klefisch zusammen, was zuvor auf dem Spielfeld passiert war. Detailarbeit eben. Im 11 gegen 0 durchliefen die Lilien immer wieder ihre Abläufe, aufmerksam gecoacht von Kohfeldt, dessen Stimme stets ihren Weg durch die Windböen fand, die vom Strand herüberwehten. In der folgenden Partie im 8 gegen 8 waren viele der zuvor einstudierten Abläufe wiederzuerkennen, die Spieler waren stets auf der Suche nach zielstrebigen offensiven Lösungen. „So kann es weitergehen“, erklärte Klefisch mit einem Schmunzeln, die Fortschritte der vergnagenen Wochen sind erkennbar und sorgen gleichzeitgíg auch dafür, dass die Lilien weiterhin lernwillig und wissbegierig bleiben und dabei auch die eine oder andere Mammut-Einheit mit viel Elan absolvieren.

Am Nachmittag folgte dann Teil 2 der Detailarbeit. Diesmal allerdings nicht auf dem Feld, sondern im Besprechungsraum im Untergeschoss des „Parador de El Saler“. Dort stand eine ausgedehnte interne taktische Analyse auf dem Programm.

„Wir wollen an unseren Prinzipien und der Art unseres Fußballs weiterarbeiten. Umso häufiger du etwas trainierst, desto selbstverständlicher wird es am Spieltag selbst. Wir haben schon große Fortschritte gemacht in den vergangen Wochen, daran wollen wir anknüpfen“, mit diesen Worten hatte Fraser Hornby noch vor dem Training am Vormittag die Ziele für das andauernde Trainingslager beschrieben. Die Inhalte der folgenden Stunden waren der perfekte Beweis für die Aussage des Angreifers.

Das komplette Interview mit dem 25-Jährigen findet Ihr hier oder als Videoformat auf unserem Youtube-Kanal.

Vom Schnee in die Sonne

Um 7 Uhr am Morgen machte sich der Lilien-Tross aus Trainerteam, Spielern und Staff auf den Weg vom Merck-Stadion zum Frankfurter Flughafen. Von dort aus startete um kurz nach 10 Uhr der Lufthansa-Flug LH 1160 in Richtung Valencia. Der Start der Maschine fand bei leichtem Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt statt, die Landung knapp zwei Stunden später erfolgte dann bei angenehmen 19 Grad. Eine Veränderung, die auch bei den Spielern mit Wohlwollen wahrgenommen wurde, wie Clemens Riedel stellvertretend erklärte: „Als ich aus dem Fenster geguckt habe, war ich schon überrascht, dass Schnee liegt. Umso schöner ist, nun hier mit der Sonne und dem Meer trainieren zu können.“

Um 13.15 Uhr betrateten die Südhessen die Lobby des „Parador de El Saler“ und fanden sich im direkten Anschluss zum Mittagessen ein, bevor die Reisegruppe ihre Zimmer bezog. Kaum eingerichtet, ging es erstmals auf den Trainingsplatz. Passformen und einige taktische Abläufe standen auf dem Programm, dann konnte ein Haken hinter den ersten Tag gesetzt werden.

Wie schon bei den vergangenen Besuchen finden die Lilien auch in diesem Januar wieder optimale Gegengebenheiten für eine gute Vorbereitung auf die Rückrunde vor. „Die Anlage ist sehr ruhig, wir sind unter uns, der Platz ist direkt am Hotel, es sind super Bedingungen“, fasste Riedel zusammen.

Planmäßig stehen acht Trainingseinheiten auf dem Programm, dazu kommt das Testspiel am Samstag (11.1.) gegen den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen.

Neben den verletzten Paul Will, Matthias Bader und Isac Lidberg kommt auch für Christoph Zimmermann das Trainingslager noch zu früh. Fabian Holland fehlt krankheitsbedingt. Klaus Gjasula befindet sich zunächst nicht im Trainingslager, sondern führt auf eigenen Wunsch Gespräche mit einem anderen Klub.

Trainingslager-Kader

1 – Marcel Schuhen 22 – Karol Niemczycki 30 – Alexander Brunst 2 – Sergio Lopez 5 – Matej Maglica 8 – Luca Marseiler 9 – Fraser Hornby 11 – Tobias Kempe 13 – Marco Thiede 15 – Fabian Nürnberger 16 – Andreas Müller 17 – Kai Klefisch 18 – Philipp Förster 19 – Fynn Lakenmacher 20 – Aleksandar Vukotic 21 – Merveille Papela 29 – Oscar Vilhelmsson 38 – Clemens Riedel 42 – Fabio Torsiello 44 – Nico Baier 47 – Othmane El Idrissi 49 – Asaf Arania

Til Rohde (U19) Max Pfister (U19)

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